WirtschaftFr, 15.01.2016 09:38

Deutsche Wirtschaft 2015 weiter im Aufschwung

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2015 gekennzeichnet durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2015 um 1,7 Prozent höher als im Vorjahr.

Im vorangegangenen Jahr war das BIP in ähnlicher Größenordnung gewachsen (+ 1,6 Prozent), 2013 lediglich um 0,3 Prozent. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 wieder über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von + 1,3 Prozent lag. Kalenderbereinigt errechnet sich eine etwas niedrigere  BIP-Wachstumsrate von + 1,5 Prozent, da die Anzahl der verfügbaren  Arbeitstage im Jahr 2015 höher war als im Vorjahr.  

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum im  Jahr 2015 wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die  privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,9 Prozent, die  Konsumausgaben des Staates sogar um 2,8 Prozent höher als im Jahr zuvor.  Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen  und Staat zusammen 3,6 Prozent mehr in Ausrüstungen - das sind vor allem  Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - als ein Jahr zuvor. Die  preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten ebenfalls ein leichtes  Plus von 0,2 Prozent. Der deutsche Außenhandel gewann im Jahr 2015 weiter  an Dynamik: Die preisbereinigten Exporte von Waren und  Dienstleistungen waren um 5,4 Prozent höher als im Vorjahr. Die Importe  legten in ähnlicher Größenordnung zu (+ 5,7 Prozent), sodass der  resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und  Importen, einen vergleichsweise geringen Beitrag zum BIP-Wachstum  leistete (+ 0,2 Prozentpunkte). 

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts trugen sowohl das  Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) als auch die  Dienstleistungsbereiche insgesamt zur wirtschaftlichen Belebung im  Jahr 2015 bei. Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet, konnte  spürbar um 2,2 Prozent zulegen. Daneben entwickelten sich auch die  Dienstleistungsbereiche überwiegend positiv. Lediglich die Finanz-  und Versicherungsdienstleister lagen 2015 preisbereinigt mit - 1,0 Prozent  im Minus. Daneben kam es im Baugewerbe im Jahr 2015 - trotz  überwiegend milder Witterung in den Wintermonaten - zu einem leichten Rückgang der wirtschaftlichen Leistung von - 0,2 Prozent, nachdem es im  Vorjahr einen kräftigen Anstieg gegeben hatte. Insgesamt stieg die  preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent. 

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt  2015 erstmals von mehr als 43 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Nach ersten vorläufigen Berechnungen waren  im Jahr 2015 rund 329.000 Personen oder 0,8 Prozent mehr erwerbstätig als  ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit zehn Jahren anhaltende  Aufwärtstrend fort. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als  preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, war  2015 um 0,5 Prozent höher als im Vorjahr. Je Erwerbstätigen ist die  Arbeitsproduktivität etwas stärker gestiegen (+ 0,9 Prozent).  

Die Staatshaushalte waren im Jahr 2015 weiter auf  Konsolidierungskurs: Der Staatssektor, dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und  Sozialversicherungen, beendete das Jahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von 16,4 Milliarden Euro.  Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich für den Staat im Jahr 2015 eine Überschussquote von + 0,5 Prozent. Damit  kann der Staat den neuesten Berechnungen zufolge das zweite Jahr in  Folge mit einem Überschuss abschließen.

(Redaktion)