WirtschaftDo, 14.01.2016 08:24

Deutsche Wirtschaft hält hohes Niveau bei Innovationsausgaben

Die Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2014 145,0 Milliarden Euro für Innovationsaktivitäten ausgegeben. Damit liegen die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft auf dem hohen Niveau des Vorjahres (2013: 145,2 Milliarden Euro). Für die Jahre 2015 und 2016 planten die Unternehmen eine Erhöhung ihrer Innovationsbudgets um bis zu sechs Prozent. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hielten sich 2014 allerdings zurück, ihre Innovationsausgaben sanken um neun Prozent.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Erhebung wird seit 1993 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sozialwissenschaft (infas) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt.

Mit 145,0 Milliarden Euro sind die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft im Jahr 2014 weitgehend auf dem hohen Vorjahresniveau stabil geblieben. Die Betrachtung der Hauptsektoren der Untersuchung zeigt jedoch, dass die Innovationsausgaben 2014 in drei der vier Sektoren zurückgegangen sind. Während die forschungsintensive Industrie ein Plus von 1,6 Prozent verzeichnete, gaben die Unternehmen in der sonstigen Industrie (minus 1,9 Prozent), in den wissensintensiven Dienstleistungen (minus 2,5 Prozent) und in den sonstigen Dienstleistungen (minus 7,4 Prozent) weniger für Innovationsaktivitäten aus.

„In einem schwierigen konjunkturellen und weltwirtschaftlichen Umfeld hat die deutsche Wirtschaft insgesamt ihren Innovationskurs beibehalten. Die Zuwächse im Bereich der forschungsintensiven Industrie belegen die hohe  Bedeutung von Innovationen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gerade die exportorientierten Unternehmen können sich keine Atempause bei Investitionen in neue Produkte und Prozesse erlauben“, sagt Dr. Christian Rammer, ZEW, Leiter der Innovationserhebung.

In den Jahren 2015 und 2016 wollen die Unternehmen wieder kräftiger in Innovationen investieren. Für 2015 planten sie zum Befragungszeitpunkt (Frühjahr und Sommer 2015) einen Zuwachs von 2,6 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro. 2016 sollen die gesamten Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft gar um 5,7 Prozent auf dann 158,1 Milliarden Euro steigen. Den weitaus größten Teil dieses Zuwachses soll der Fahrzeugbau beisteuern. Weitere Träger des Ausgabenwachstums bis 2016 sind der Maschinenbau, die Finanzdienstleistungen und das Transportgewerbe sowie die Elektroindustrie.

Das Ausgabenwachstum im Jahr 2014 wurde alleine von den Großunternehmen getragen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verringerten ihre Innovationsausgaben um neun Prozent auf 32,2 Milliarden Euro. Damit setzt sich ein der langfristige Trend steigender Innovationsbudgets bei Großunternehmen und einer sehr verhaltenen Entwicklung bei KMU fort. Für 2015 und 2016 planen die KMU allerdings ebenfalls höhere Ausgaben, mit einem Anstieg um vier Prozent in 2015 und um sechs Prozent in 2016.

Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz der deutschen Wirtschaft – die sogenannte "Innovations­intensität" – betrug im Untersuchungszeitraum 2,80 Prozent. Dies entspricht annähernd dem hohen Vorjahresniveau (2,84 Prozent) und stellt den zweithöchsten je gemessenen Wert dar. Auf Branchenebene zeigen sich jedoch größere Unterschiede bei diesem Indikator: Der Fahrzeugbau erreicht mit einem Wert von 10,0 Prozent die höchste Innovationsintensität, gefolgt von der Elektroindustrie (9,9 Prozent). Die Chemie- und Pharmabranche investierte 7,7 Prozent des Branchenumsatzes in Innovationsprojekte, die EDV- und Telekommunikationsbranche 6,6 Prozent. Die technischen und FuE-Dienstleistungen sowie der Maschinenbau zählen mit Werten von 5,8 bzw. 5,6 Prozent ebenfalls zu den besonders innovationsintensiven Branchen. Im Großhandel, den Finanzdienstleistungen, der Energieversorgung sowie den Unternehmensdiensten liegen die Innovationsausgaben dagegen bei weniger als einem Prozent des Branchenumsatzes.

(Redaktion)