WirtschaftMo, 07.11.2011 09:03

EMI: Deutsche Wirtschaft verlässt Wachstumspfad

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht zu Ende: Nach fünf Monaten stetig nachlassender Dynamik ist die Industrie im Oktober erstmals seit zwei Jahren wieder leicht geschrumpft. Das zeigt der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der gegenüber September um 1,2 auf 49,1 Zähler sank.

Damit liegt er unter der wichtigen Referenzlinie von 50 Punkten. Werte oberhalb dieser Schwelle signalisieren Wachstum, Werte darunter stehen für einen Abschwung. Tiefer hatte der wichtige Konjunktur-Frühindikator zuletzt im Juli 2009 notiert.

"Zurzeit ist viel Psychologie im Markt. Die meisten Unternehmen sind angesichts der widersprüchlichen Konjunkturperspektiven verunsichert. Sie reagieren darauf, indem sie Lager abbauen und geplante Investitionsentscheidungen auf Eis legen", betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am Freitag in Frankfurt.

Mit dem ersten, wenn auch geringfügigen Produktionsrückgang endete im Oktober eine 27-monatige Phase kontinuierlicher Ausweitungen. Ausschlaggebend hierfür war der unbefriedigende Auftragseingang bei Global Playern und KMU.

Nachdem sich der Preisauftrieb seit seinem Rekordwert im Februar kontinuierlich abgeschwächt hatte, sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise im Oktober mit 49,1 Zählern erstmals seit November 2009 wieder unter die 50-Punkte-Marke. Der saisonbereinigte Teilindex Verkaufspreise erreichte mit 51,4 Zählern den niedrigsten Wert seit März 2010.

(Redaktion)