IT / KommunikationDo, 14.07.2011 14:33

ERP-Wissen: Wie wichtig ist Plattformunabhängigkeit?

Von: Adrian Flak

Plattformunabhängige Systeme stehen hoch im Kurs der Software-Anwender, denn sie bieten Wahlfreiheit und sparen Kosten. So wird der Investitionsbedarf bei der Systemeinführung verringert, sagen die Hersteller. Ist das in der Praxis wirklich so?

Ein ERP-System steht selten alleine als Anwendung im Unternehmen, sondern spricht mit einer Reihe von anderen Systemen. Beispielsweise mit einem BDE-System (Betriebsdatenerfassung) zur Erfassung von Arbeitszeiten in der Produktion oder der Finanzbuchhaltungs-Software.

All diese Anwendungen erfordern natürlich ebenfalls technische Voraussetzungen um lauffähig zu sein. Unterschieden wird hier der Arbeitsplatz des Mitarbeiters (Client) und die zentrale Installation der Software (Server). Es gibt also schon mal zwei Stellen, die plattformunabhängig sein können oder auch nicht. Unabhängig von Plattformen zu sein, bedeutet unterschiedliche Architekturen, Prozessoren und Betriebssysteme zu unterstützen. Die Technik kann dabei so unterschiedlich sein, dass es eine absolute Unabhängigkeit gar nicht geben kann. Die Frage ist deshalb: Was ist sinnvoll im ERP-Umfeld?

Um seinen Kunden jederzeit helfen zu können muss der Hersteller die versprochene Unterstützung personell sicherstellen - beispielsweise für  Betriebssysteme wie Windows und Linux. Weiterhin entsteht für ihn erhöhter Aufwand bei der Qualitätssicherung der vielen möglichen Kombinationen. Hersteller versuchen sich deshalb tendenziell auf möglichst wenige Kombinationen und aktuelle Versionen zu konzentrieren.

Als Anwender ist die Plattform Teil der internen IT-Strategie und entsprechend eine Anforderung an das ERP- und andere IT-Systeme im eigenen Haus. Plattformunabhängigkeit bei ERP-Systemen ist sehr wichtig, weil durch die zentrale Rolle dieser Software, es von großem Nachteil sein kann, wenn das ERP der Plattformstrategie wiederspricht. Vor allem bei Integrationen zu anderen Produkten kann das viel Zeit und Geld kosten. Technisch veraltete Produkte werden deshalb modernisiert. Den sogenannten Technologiesprung haben bereits viele Produkte vollzogen, aber noch lange nicht alle. Dabei wird auf offene Standards wie Web-Services (SOA-Fähigkeit) und webfähige Programmiersprachen wie Java gesetzt. Die Empfehlung für den Anwender ist daher, unbedingt darauf zu achten wie die Systemlandschaft miteinander harmoniert.

Zum Autor: Adrian Flak ist Produkt Marketing Manager bei Sage Software und arbeitet an der Produktstrategie der ERP-Lösung Sage ERP b7.