UnternehmensnachrichtenMo, 01.10.2012 10:09

EU-Kommissar Oettinger besichtigt am FZI Forschung und Entwicklung für das Energiesystem der Zukunft

Am vergangenen Freitag besuchte der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe. Dort ließ sich Oettinger auf Einladung des FZI-Vorstands von FZI-Direktor Prof. Dr. Hartmut Schmeck über die Möglichkeiten des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für aktuelle und zukünftige Aufgaben der Energiewirtschaft sowie am FZI laufende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten informieren.

Bei seinem Besuch im FZI House of Living Labs ließ sich Günther Oettinger (r.), von FZI-Direktor Prof. Dr. Hartmut Schmeck (2. v. l.) über die Rolle der IKT für das Energiesystem der Zukunft informieren. (Foto: FZI)

Bei seinem Besuch im FZI House of Living Labs ließ sich Günther Oettinger (r.), von FZI-Direktor Prof. Dr. Hartmut Schmeck (2. v. l.) über die Rolle der IKT für das Energiesystem der Zukunft informieren. (Foto: FZI)

„Wir brauchen innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht weniger als eine komplette Generalüberholung unserer Energieinfrastruktur. Die Infrastrukturentwicklung für ein nachhaltiges europäisches Energiesystem ist eine der größten Herausforderungen, denen die EU gegenübersteht“, erklärte Oettinger.

Effiziente Technologien für das Energiesystem der Zukunft werden am FZI seit mehreren Jahren im Rahmen eines strategischen Projekts erforscht. Seit April 2012 steht dafür auch das neu eröffnete, bundesweit bislang einmalige FZI House of Living Labs als interdisziplinäre Forschungsplattform mit mehreren Living Labs zur Verfügung. Das Gebäude ist mit moderner Technologie zur Bereitstellung, Speicherung und flexiblen Nutzung von thermischer und elektrischer Energie ausgestattet.

Beim Rundgang durch das FZI House of Living Labs konnte Oettinger im FZI Living Lab smartEnergy live besichtigen, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am FZI ihre neuen Lösungsansätze praxisnah erforschen und Software- und Systementwicklungen erproben. Das FZI Living Lab smartEnergy ist eine einzigartige Plattform für angewandte Energieforschung. Mit dem im Aufbau befindlichen Energiemanagementsystem wird das Gebäude in die Lage versetzt, z. B. seine Versorgung mit eigenem Photovoltaik-Strom nach Bedarf zu erhöhen und den Strombezug bzw. die -einspeisung an den Zustand im Stromnetz anzupassen. Die Energieforscher am FZI sind der Überzeugung, dass solche Energiemanagementsysteme einen essentiellen Beitrag zur Energiewende leisten können. Der EU-Kommissar zeigte sich beindruckt.

Bei der abschließenden Diskussion mit Vorständen und Direktoren des FZI wies Oettinger nachdrücklich darauf hin, dass man nicht, anstatt zu handeln, abwarten könne, bis sich die Wirtschaft nach der Krise wieder erholt hätte. Vorstände und Direktoren sicherten ihm volle Unterstützung bei der Entwicklung von Lösungen für die herausfordernde Aufgabe zu. Sie nutzen dafür die am FZI gelebte interdisziplinäre Anwendungsforschung, um die fachübergreifenden Probleme der Energieinfrastrukturentwicklung gemeinsam anzugehen.

(Redaktion)