WirtschaftMo, 30.01.2012 07:54

Handwerker in Baden-Württemberg gut ausgelastet

Die baden-württembergischen Handwerker gehen bester Stimmung ins Jahr 2012. Die Handwerkskonjunktur hat im Schlussquartal des letzten Jahres zwar saisonal bedingt etwas an Schwung verloren, zeigt sich aber immer noch äußerst robust. Das teilt der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) mit.

"Die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage bestätigen die erfreuliche Situation", sagte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle. Zum Jahreswechsel standen die Betriebe deutlich besser da als im 4. Quartal des Vorjahres. 57 Prozent (Vorjahr: 49%) der 1.200 befragten Betriebe waren mit ihren Geschäften im vergangenen Vierteljahr zufrieden, nur knapp jeder zehnte Betrieb (Vorjahr: 12%) war unzufrieden. Zudem bleiben die Betriebe optimistisch. Rund 58 Prozent der Handwerksbetriebe erwarten ein gutes erstes Quartal, nur 8,6 Prozent ein schlechtes. Der BWHT-Konjunkturindikator, der Lage und Erwartungen in einer Kennzahl verbindet, liegt mit 48,2 Punkten deutlich über dem Vorjahresstand (37,7 Punkte). Den Höchststand im Jahr 2011 hatte der Indikator allerdings mit 54,4 Punkten im September erreicht.

Besonders stark zugelegt haben im Vergleich zum 4. Quartal 2010 die Betriebe des Ausbaugewerbes (Elektrotechniker, Stuckateure, Maler, Heizungsbauer). Sichere Arbeitsplätze und niedrige Zinsen führen zu höheren Investitionen in die eigenen vier Wände. Vor allem Arbeiten an der Fassade sind derzeit sehr gefragt. Zwar hatten weniger Betriebe einen Zuwachs bei den Auftragseingängen zu verzeichnen, die Betriebe sind aber noch immer extrem gut ausgelastet. Rund jedes siebte Unternehmen war zu mehr als hundert Prozent ausgelastet.

"So hohe Auslastungsgrade steigern den Expansionswillen", stellte Möhrle fest. So gaben fast zwei Drittel der Betriebe an, im vergangenen Quartal investiert zu haben. Gut die Hälfte plant Investitionen in diesem Quartal. Aber nicht nur Gebäude und Ausrüstungen sind gefragt: Per Saldo will das Handwerk im ersten Quartal 2012 auch Personal aufstocken. Möhrle befürchtet allerdings, dass sich viele Betriebe erfolglos auf die Suche begeben werden: "Der Arbeitsmarkt ist praktisch leergefegt."

(Redaktion)