Marketing & PersonalDi, 02.07.2013 13:51

Immer mehr Arbeitnehmer klagen über psychische Belastungen

In Deutschland steigt die Zahl der Beschäftigten mit psychischen Problemen kontinuierlich an. Arbeitnehmer sind in 20 Prozent der hiesigen Unternehmen einer "Kultur der Angst" ausgesetzt. Eine Atmosphäre der allgemeinen Unsicherheit ist sogar in 40 Prozent der Unternehmen anzutreffen. Das sind Ergebnisse der Studie "Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg" der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden HR-Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer bevölkerungsrepräsentativ befragt.

Defizite der Unternehmenskultur zeigen sich insbesondere im Umgang mit Fehlern: Fast jeder zweite Beschäftigte in Deutschland gibt an, Angst davor zu haben, etwas falsch zu machen. Gleichzeitig fürchten 36 Prozent den Verlust ihres Arbeitsplatzes - trotz der konjunkturell robusten Lage. Und jeder Dritte scheut Konflikte mit den Vorgesetzten.

„Die Ergebnisse der beiden Befragungen haben uns in dieser Deutlichkeit überrascht und sollten den Unternehmen zu denken geben“, sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „In der Führungs- und Leistungskultur vieler Firmen zeigen sich große Schwächen, die nachhaltige Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben.“

So beobachten beispielsweise sechs von zehn befragten Arbeitnehmern Stresssymptome wie Reizbarkeit und Nervosität in ihrem beruflichen Umfeld. 35 Prozent berichten von "innerer Kündigung". Auffällig auch: Die mangelhafte Fehlerkultur führt dazu, dass fast 30 Prozent "Angst vor der Angst" haben. Jedem Sechsten droht daher, für Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch im Beruf anfällig zu sein.

„In einem solchen Umfeld kann kein Unternehmen Bestleistungen von seinen Mitarbeitern erwarten“, gibt Rochus-Mummert-Partner Dr. Schlipat zu bedenken. „Wir sehen hier neben der Geschäftsführung insbesondere die HR-Verantwortlichen in der Pflicht. Ihre Aufgabe ist es, Themen wie Führung und Leadership im Unternehmen voranzutreiben und aus einem "Klima der Angst" ein "Klima des Vertrauens" entstehen zu lassen.“

(Redaktion)