WirtschaftDi, 27.11.2012 09:49

Innovationsindex 2012: Baden-Württemberg belegt Spitzenplatz

Baden-Württemberg verfügt innerhalb der Europäischen Union mit großem Abstand über das höchste Innovationspotenzial. Ausschlaggebend für die Spitzenposition Baden-Württembergs sind beträchtliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, die hohe Bedeutung forschungsintensiver Industriezweige und der große Erfinderreichtum. Der Innovationsindex wurde vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg entwickelt und bereits zum fünften Mal berechnet. Der Index bündelt eine Vielzahl von Innovationsindikatoren in einer Kennzahl, die eine vergleichende Bewertung der Innovationsfähigkeit von Regionen in den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union ermöglicht.

Im Spitzenfeld des EU-Rankings (Rang 1 bis 5) sind auch die französische Hauptstadtregion Île de France, Bayern, Berlin und Finnland vertreten. Der größte Teil der deutschen Bundesländer - das heißt: Hessen, Hamburg, Bremen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen – befindet sich im Vorderfeld der Rangfolge. In drei polnischen Regionen, der italienischen Region Isole (Sizilien und Sardinien) und den Ländern Bulgarien, Rumänien, Griechenland und der Slowakischen Republik ist die Innovationskraft am geringsten.

Baden-Württemberg investierte mit knapp 16,4 Mrd. Euro beachtliche 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung. Damit lag das Land mit seiner FuE-Intensität deutlich über der Marke von 3 Prozent, die sich die Europäische Union im Rahmen der EU-2020-Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zum Ziel gesetzt hat. Mit einer FuE-Intensität von 4,3 Prozent folgt mit deutlichem Abstand die Region East of England. Auch beim Innovationsindikator FuE-Personalintensität erreichte Baden-Württemberg mit gut 2,1 Prozent nach der französischen Hauptstadtregion Île de France (2,5 Prozent) und knapp vor Finnland (fast 2,1 Prozent) einen europäischen Spitzenplatz.

„Baden-Württembergs Innovationskultur ist intakt: der Südwesten bleibt die Innovationsregion Nummer Eins in Europa. Nirgends auf dem Kontinent wird so intensiv an neuen Produkten und Verfahren getüftelt wie im Südwesten“, kommentierte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid in Stuttgart.

Beim Innovationsindikator „Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Industriezweigen“ führt Baden-Württemberg die Rangfolge an. Zuletzt arbeiteten rund 17 Prozent aller Erwerbstätigen des Landes in industriellen Hochtechnologiebranchen, beispielsweise im Maschinenbau, in der Herstellung von Kraftwagen und -motoren oder im Bereich Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Hinter Baden-Württemberg sind die Regionen Bayern und Rheinland-Pfalz (knapp 13 Prozent bzw. gut 10 Prozent) platziert. Im europäischen Durchschnitt (EU-27) belief sich dieser Anteil nur auf knapp 6 Prozent. Außerdem wurden - bezogen auf eine Million Einwohner - von baden-württembergischen Erfindern etwa 5-mal so viele Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet wie im Durchschnitt aller 27 EU-Länder. Eine ebenfalls hohe Anzahl an Patentanmeldungen sind in Bayern, der Region im Süden der Niederlande (Zuid-Nederland) und in Schweden zu verzeichnen.

Analog zu früheren Berechnungen schneidet der Südwesten beim Innovationsindikator „Anteil der Erwerbstätigen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen“ im EU-Vergleich schwächer ab. Baden-Württemberg liegt hier knapp unter dem Durchschnitt aller 27 Länder der Europäischen Union. Der Anteil der Erwerbstätigen in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen bezogen auf die Erwerbstätigen insgesamt war mit 58 Prozent in London am höchsten. Es folgen Luxemburg, Berlin und die Region Île de France mit einem Anteil von ebenfalls deutlich über 50 Prozent. Beim Innovationsindikator „Erwerbstätige in wissenschaftlich-technischen Berufen“ belegte Baden-Württemberg einen Platz im Vorderfeld (48 Prozent) und liegt damit deutlich über dem europäischen (40 Prozent) und dem deutschen Durchschnitt (45 Prozent). London, Luxemburg, die Region Île de France und Berlin liegen im europäischen Ranking bei diesem Innovationsindikator auf den vordersten Plätzen.

(Redaktion)