IT / KommunikationFr, 26.06.2015 11:32

Internet der Dinge kann 2025 weltweit bis zu elf Billionen Dollar Mehrwert schaffen

Das Internet der Dinge, also die intelligente Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet, kann einen weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu elf Billionen Dollar im Jahr 2025 schaffen. Dies entspräche dann rund elf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Den potenziell größten Einfluss hat das "Internet of Things" (IoT) in Fabriken (bis zu 3,7 Billionen Dollar wirtschaftlicher Mehrwert), Städten (1,7 Billionen Dollar) und im Gesundheitswesen (1,6 Billionen Dollar). Dies geht aus einer aktuellen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel "The Internet of Things: Mapping the value beyond the hype" hervor.

90 Prozent des gesamten Mehrwerts wird den Anwendern - also Unternehmen, die IoT-Anwendungen nutzen, oder Verbrauchern - zu Gute kommen, etwa durch günstigere Preise oder Zeitersparnis. Gleichzeitig wird das Internet der Dinge die Grenzen zwischen Technologiefirmen und traditionellen Unternehmen aufweichen und neue, datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglichen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel "The Internet of Things: Mapping the value beyond the hype" hervor.

„Derzeit stehen beim Internet der Dinge noch überwiegend konsumentennahe Produkte wie Smartwatches oder selbstfahrende Autos im Vordergrund. Langfristig bieten jedoch Business-to-Business-Anwendungen wie beispielsweise in der 'Industrie 4.0' oder in der digitalisierten Logistik noch größeres Potenzial“, sagt Harald Bauer, Direktor im Frankfurter Büro der Unternehmensberatung McKinsey. „Im Maschinenbau sind beispielsweise datenbasierte Geschäftsmodelle möglich, in der die Nutzung von Anlagen je nach Verfügbarkeit abgerechnet wird.“ Derzeit werde nur ein Bruchteil der Daten, die in der Produktion anfallen, überhaupt genutzt.

Folgende Anwendungsbereiche hat die MGI-Studie untersucht:

Fabriken: In der Produktion hat das Internet der Dinge das  größte wirtschaftliche Potenzial (3,7 Billionen Dollar); vor  allem durch höhere Produktivität, mehr Energieeffizienz und  sicherere Arbeitsplätze.

Städte: Die Vernetzung macht Städte zu "Smart Cities" - mit  entsprechendem Mehrwert (1,7 Billionen Dollar). Ein besserer  öffentlicher Nahverkehr mit optimierten Fahrplänen und  Verkehrsleitsystemen könnte unnütze Pendel- und Wartezeit  einsparen. Verbesserungen der Luft- und Wasserqualität durch  kontinuierliches Monitoring von Umweltdaten sind ebenfalls  denkbar.

Gesundheit: Die Überwachung von Gesundheitsdaten wie Herzschlag  und Blutzucker kann helfen, die Lebensqualität chronisch kranker Menschen zu verbessern und beispielsweise bei einer  Verschlechterung des Zustandes frühzeitig Alarm schlagen (1,6  Billionen Dollar).

Fahrzeuge und Navigation: Durch bessere Überwachung von  Verkehrsdaten, Logistikketten und dem Zustand von  Verkehrsmitteln wie Autos, Zügen oder Flugzeugen kann ein  wirtschaftlicher Mehrwert von 1,5 Billionen Dollar geschaffen  werden.

Handel: Automatische Kassensysteme, bessere Ladengestaltung  sowie die Nutzung des Smartphones für Kundenbindungs- und  Rabattaktionen ermöglichen höhere Verkäufe und geringere  Wartezeiten - und stehen für ein Potenzial von 1,2 Billionen  Dollar.

„Smart Home“: Intelligente Thermostate und selbststeuernde  Staubsaugerroboter machen schon heute das Leben komfortabler und sparen Zeit. Zusammen mit verbesserter Sicherheit, z.B. gegen  Einbrüche, beläuft sich das wirtschaftliche Potenzial in diesem  Bereich auf bis zu 300 Milliarden Dollar.

Um den vollen wirtschaftlichen Mehrwert durch IoT-Anwendungen auszuschöpfen, sollten Hardwarehersteller, Anwender sowie Politik und Gesellschaft folgende Handlungsfelder bearbeiten:

Technologie: Die Hardwarekosten für RFID-Chips und für  Datenspeicher müssen weiter sinken. Gleichzeitig sollten die  verschiedenen IoT-Systeme durch gemeinsame Standards besser zu  verknüpfen sein - sonst könnten 40 Prozent des potenziellen  Mehrwerts verlorengehen.

Datensicherheit: Anbieter von IoT-Diensten sollten  Datenschutzbedenken der Nutzer ernst nehmen. Unternehmen sollten transparent machen, welche Daten sie erheben und wie sie diese  nutzen. Darüber hinaus müssen kritische Infrastrukturen wie  Wasser- und Energieversorgung, die über das Internet vernetzt  werden, wirksam gegen Cyberangriffe geschützt werden.

Organisation und Fähigkeiten: Durch das Internet der Dinge haben Unternehmen die Möglichkeit, Entscheidungen auf Grundlage großer Datenmengen ("Big Data") zu treffen. Mitarbeiter sollten  geschult werden, vorhandene Daten stärker zu nutzen und in  datenbasierte Geschäftsmodelle umzusetzen. IT-Abteilungen  sollten sich zudem stärker mit den klassischen  Unternehmensbereichen abstimmen.

Regulierung: Politik und Gesellschaft müssen sich bei zentralen  Fragen, beispielsweise den rechtlichen Rahmenbedingungen für  autonom fahrende Autos, über neue Regeln verständigen - sonst  besteht die Gefahr, dass sich die Einführung von IoT-Anwendungen verzögert.

(Redaktion)