IT / KommunikationMo, 04.07.2011 12:58

IT-Studie: Unternehmenssteuerung im Blindflug

Mit der konjunkturellen Aufhellung investiert die Industrie vermehrt in ihre IT-Architektur. Dies zeigt die Studie „IT im Mittelstand 2011“ von RAAD Research zum Status quo und zukünftigen Ausgaben mittelständischer Unternehmen der Branchen Metallindustrie, Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau.

Nur 13 Prozent der Unternehmen in der Metallindustrie erhalten aus ihrer IT-Landschaft alles Informationen zur Erstellung von Reports ohne manuellen Aufwand. (Quelle: RAAD Research; Grafik: Sage Software 2011)

Nur 13 Prozent der Unternehmen in der Metallindustrie erhalten aus ihrer IT-Landschaft alles Informationen zur Erstellung von Reports ohne manuellen Aufwand. (Quelle: RAAD Research; Grafik: Sage Software 2011)

Ein Ergebnis: 16 Prozent der Befragten plant innerhalb der kommenden zwei Jahre die Konsolidierung ihrer Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme. „Indem aus vielen Prozessen oder Systemen ein Standard entwickelt wird, reduzieren Unternehmen zum einen den Wartungsaufwand. Zum anderen lassen sich mit der Konsolidierung die IT-Systeme einfacher an geänderte Geschäftsprozesse anpassen“, erläutert Franz Bruckmaier, Leiter des Geschäftsbereichs Mittelstand von Sage Software. Ein Grund für den Konsolidierungswillen sieht Bruckmaier in der Unzufriedenheit der Unternehmen mit der Flexibilität und Anpassungsmöglichkeit ihrer Softwarelandschaft. „13 Prozent der Befragten sprachen diesbezüglich ihren Unmut in der Studie aus. Gelingt es Unternehmen jedoch, Fachbereichsanforderungen und IT-Leistungsfähigkeit zu synchronisieren, lässt sich ein deutlicher Wettbewerbsvorteil erzielen“, so der Sage-Geschäftsbereichsleiter.

Für ein agiles Marktverhalten bedarf es jedoch mehr als nur schneller Anpassbarkeit und Verabschiedung von Insellösungen. Mitarbeiter müssen schnell und effizient an die relevanten Informationen kommen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Hier zeigt sich, dass noch längst nicht alle Unternehmen ohne Aufwand die notwendigen Zahlen aus den bestehenden Software-Systemen erhalten. 65 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Reports nur mit mittlerem manuellem Aufwand erstellen können. 12 Prozent der Unternehmen sieht sich mit hoher händischer Anstrengung konfrontiert und vier Prozent können die benötigten Informationen gar nicht aus den IT-Systemen herausfiltern. „Diese Unternehmen arbeiten nicht nur ineffizient, sondern sie haben dadurch auch ein Wissens- und Informationsdefizit“, erklärt Bruckmaier.

Die Investitionsbereitschaft steigt insbesondere in den noch unterentwickelten Bereichen Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und Dokumentenarchivierung (DMS). Aktuell verfügen 46 Prozent der befragten Unternehmen über kein CRM-System, 47 Prozent haben keine DMS-Lösung im Einsatz. „Im Zuge der Internationalisierung und eines immer stärkeren Wettbewerbs wächst jedoch die Bedeutung von Kundenmanagement. Ein deutlicher Indikator für diese Entwicklung ist die Investitionsquote im CRM-Bereich“, meint Bruckmaier. Zehn Prozent projektierten eine Neuinvestition, weitere drei Prozent wollen die bisherige Lösung erweitern oder ersetzen. Beim Dokumentenmanagement planen sogar 19 Prozent der Befragten eine Neuanschaffung und weitere zwei Prozent wollen die aktuelle Software ablösen oder ausgestalten. Treiber für diese Softwarekomponente sind die gesetzlichen Pflichten hinsichtlich der Aufbewahrung von Dokumenten. Lösungen zur Planung und Steuerung der Produktion, die für die Industrie elementar sind, werden überwiegend bereits durch Standardsoftware abgebildet. Doch selbst hier wollen elf Prozent der Befragten investieren. Drei Prozent planen Neuinvestitionen, während acht Prozent modernisieren oder austauschen wollen.

Das Marktforschungsinstitut RAAD Research befragte für die Studie „IT im Mittelstand 2011“, beauftragt vom Software-Anbieter Sage, gut 800 Finanz- und IT-Leiter aus diesen Branchen.

(Redaktion)