WirtschaftFr, 29.07.2011 10:18

Kaufkraft 2009: Durchschnittlich 15.370 Euro pro Einwohner Baden-Württembergs

Baden-Württemberger hatten 2009 im Durchschnitt pro Kopf 15.370 Euro für Konsumzwecke zur Verfügung. Dies ist ein zentrales Ergebnis der neuen Kaufkraftberechnung, die Dr. Carmina Brenner, die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, am Donnerstag vorstellte. Umgerechnet auf einen Monat waren dies 1.280 Euro je Einwohner.

Die ungebundene Kaufkraft im Land belief sich insgesamt auf 165 Milliarden Euro. Sie ergab sich aus Einnahmen in Höhe von rund 291 Mrd. Euro, von denen die gebundenen Ausgaben von 126 Mrd. Euro abgezogen wurden. Je Einwohner entspricht dies kaufkraftrelevanten Einnahmen von 27.080 Euro und Ausgaben von 11.710 Euro. Der größte Teil der Einnahmen stammte aus Bruttolöhnen und Gehältern. Diese trugen rund 13.280 Euro zu den Pro-Kopf-Einnahmen bei (49 Prozent). Aus Vermietung und Verpachtung, aus Vermögen sowie aus Selbständigkeit und Gewerbebetrieb wurden im Landesdurchschnitt zusammen ca. 8.290 Euro pro Person erlöst (31 Prozent). Drittgrößter Posten waren die Renten und Pensionen mit etwas über 3.800 Euro (14 Prozent).

Die größten Ausgabenblöcke bestanden aus Steuern und Sozialbeiträgen, die mit knapp 6.580 Euro pro Kopf und Jahr deutlich über 50 Prozent der Ausgaben ausmachten. Es folgt die Ersparnis mit annähernd 2.300 Euro (19 Prozent). Wohnungsbezogene Ausgaben (ohne Finanzierung selbstgenutzten Wohneigentums) beliefen sich auf rund 2.000 Euro (17 Prozent).

Unter den 12 Regionen des Landes war die Region Stuttgart 2009 die kaufkräftigste Region mit 43 Mrd. Euro Kaufkraft. Die Pro-Kopf-Kaufkraft lag dort bei 16.150 Euro und damit 5 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Spitzenreiter war jedoch gemessen an den Pro-Kopf-Werten die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Mit 8 Prozent über dem Landesdurchschnitt bzw. 16.620 Euro pro Kopf war die Kaufkraft dort am höchsten. Am niedrigsten lag sie mit rund 13.790 Euro in der Region Hochrhein-Bodensee (10 Prozent). Von den 44 Stadt- und Landkreisen wiesen 24 Kreise eine Pro-Kopf-Kaufkraft unterhalb des Landesdurchschnitts auf, 20 Kreise übertrafen den Landesdurchschnitt. Kaufkraftspitzenreiter waren 2009 die Stadtkreise Baden-Baden und Heilbronn mit 22.950 bzw. 22.540 Euro. Die niedrigsten Kaufkraftwerte hatten die Stadtkreise Freiburg und Mannheim mit 12.120 bzw. 12.360 Euro pro Kopf. Auf der Gemeindeebene finden sich hohe Kaufkraftwerte um die Großstädte und in landschaftlich reizvollen Gemeinden. Spitzenwerte erreichten 2009 Mittelstädte mit prosperierenden Unternehmen. So lagen die Städte Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) und Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg) mit einer Kaufkraft von über 23.000 Euro pro Person unter den Gemeinden mit 10.000 und mehr Einwohnern an der Spitze.

(Redaktion)