WirtschaftFr, 06.03.2009 10:58

Mehr Kompetenz für eine Schlüsseltechnologie der Zukunft

Um den Weg von der Forschung zur praktischen Anwendung im Zukunftssektor Nanotechnologie zu verkürzen, haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) der Metropolregion Stuttgart gemeinsam ein Anwendungscluster Nanotechnologie gegründet. Die Initiative möchte die Nanotechnologiekompetenz in der Metropolregion Stuttgart verbessern, die Vernetzung von Technologieanbietern und -anwendern fördern sowie Innovationen vorantreiben und in marktfähige Produkte umsetzen. Die Organisation der Clusteraktivitäten wurde an das Fraunhofer IAO in Stuttgart vergeben.

„Eine IHK-Umfrage bei Unternehmen hat ergeben, dass es im Bereich der Nanotechnologie deutliche Lücken zwischen den Forschungsergebnissen und deren Umsetzung in neue oder verbesserte Produkte und Verfahren gibt“, sagt Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. „Gemeinsam mit dem Fraunhofer IAO und den IHKs Heilbronn-Franken, Nordschwarzwald, Ostwürttemberg und Reutlingen haben wir daher das Anwendungscluster Nanotechnologie initiiert und die Anschubfinanzierung des Netzwerks sichergestellt.“ Rund 100 Firmen hätten bereits Interesse an einer Mitarbeit signalisiert.

Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit Materialien im Nanometer-Bereich. Ein Nanometer entspricht in einem Stück Metall ungefähr einer Strecke von vier benachbarten Atomen und ist damit ungefähr 70.000-mal dünner als ein menschliches Haar. Schon heute spielen Nanomaterialien in manchen Bereichen der Industrie eine wichtige Rolle, einige sind kommerziell verfügbar und werden in handelsüblichen Produkten eingesetzt. Beispiele sind etwa selbstreinigende Oberflächen, kratzfeste Schichten auf Autoscheiben, Funktionskleidung oder Leichtbaustoffe.

Im Mittelpunkt des Anwendungsclusters Nanotechnologie der Metropolregion Stuttgart steht neben einem regelmäßigen „Nano-Zirkel“ zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten die Internetplattform www.nano-ihk.de, auf der interessierte Unternehmen der Region Informationen zum Forschungsfeld Nanotechnologie bekommen. Zudem können dort Netzwerke mit Forschungseinrichtungen und anderen Unternehmen aufgebaut, Experten zu spezifischen Themen identifiziert und damit Innovationen auf Basis von Nanotechnologien marktorientiert vorangetrieben werden.

Quelle: Fraunhofer IAO