WirtschaftMi, 16.01.2013 09:15

Neue Geschäftsmodelle sind wichtiger Faktor für Unternehmenserfolg

Fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland überprüfen ihr Geschäftsmodell regelmäßig und passen es an neue Gegebenheiten an. Denn nur so können Unternehmen in den sich immer schneller entwickelnden, globalisierten Märkten erfolgreich agieren. Zu diesem Ergebnis kommt der "Managementkompass Neue Geschäftsmodelle" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Eine regelmäßige Aktualisierung des eigenen Geschäftsmodells ist notwendig. Andernfalls riskieren Unternehmen Wettbewerbsnachteile, Kundenverlust und schrumpfende Marktanteile. Dieser Auffassung sind mehr als 80 Prozent der für den Managementkompass befragten Fach- und Führungskräfte deutscher Unternehmen.

„Früher konnte ein einmal etabliertes Geschäftsmodell ein Unternehmen erfolgreich durch mehrere Jahrzehnte tragen. Diese Zeiten sind vorbei“, sagt Michael Hagedorn, Leiter des Innovationsmanagements bei Steria Mummert Consulting. „Firmen wie Neckermann, Schlecker und Q-Cells sind gescheitert, weil sie zu lange an einem überholten Geschäftsmodell festgehalten und sich nicht rechtzeitig an veränderte Rahmenbedingungen angepasst haben.“

Ein weiteres Ergebnis des Managementkompass zeigt, dass zwischen Innovationsfreude und Erfolg ein starker Zusammenhang besteht. Unter den Unternehmen, die nach Selbsteinschätzung der Befragten stärker wachsen als der Branchendurchschnitt, überarbeiten 80 Prozent ihr eigenes Geschäftsmodell regelmäßig. Die Innovationsverweigerer fallen hingegen zurück. Unter den Betrieben, die schwächer als die Gesamtbranche wachsen, sind es nur 21 Prozent.

In den letzten Jahren haben sich mehrere neue Geschäftsmodelltypen etabliert. Ganz vorne steht bei Deutschlands Unternehmen die so genannte Open Innovation. Fast drei Viertel der Befragten schätzen diesen Ansatz als wichtig für ihr eignes Unternehmen ein. Open Innovation bedeutet, dass die Firmen bei der Entwicklung neuer Ideen systematisch mit externen Partnern kooperieren. Das können sowohl andere Unternehmen als auch die eigenen Kunden sein. Auf Platz zwei folgt mit 54 Prozent die Modularisierung. Damit ist das Ausgliedern einzelner Komponenten eines alten Geschäftsmodells zur Wiedereingliederung mit anderer Vernetzung in ein neues Modell gemeint. 44 Prozent setzen auf den Typus "Long Tail", das bedeutet den Vertrieb vieler Nischenprodukte.

Der von den Unternehmen als besonders wichtig eingestufte Open-Innovation-Ansatz führt aber nicht automatisch zum Erfolg. „Wichtig ist, dass sich die Partner sinnvoll ergänzen“, sagt Innovationsexperte Michael Hagedorn, „ihre Stärken sollten in unterschiedlichen Bereichen liegen. Durch die Verknüpfung der Kompetenzen erlangen beide Seiten dann einen Wettbewerbsvorsprung. Neben einem Wissenstransfer zum gegenseitigen Vorteil können beide Partner so auch ihre Sichtbarkeit am Markt verstärken und gleichzeitig ihre Risiken mindern.“

(Redaktion)