IT / KommunikationMi, 29.08.2012 11:23

IT-Outsourcing: Unternehmen setzen auf Multi-Vendor-Sourcing

Die Auslagerung von IT-Dienstleistungen hat sich in den Unternehmen weitgehend etabliert. Dabei zeigen sich die Anwender auch neuesten Trends gegenüber sehr aufgeschlossen. Gleichzeitig sind die Unternehmen mit dem Berichtswesen ihrer Outsourcing-Anbieter nicht immer zufrieden. Dies sind Ergebnisse der Studie "Aktuelle IT-Sourcing-Perspektiven erkennen und nutzen" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Unternehmen, die auf Outsourcing setzen, bevorzugen dabei eher Spezialisten als Generalisten. Damit ist auch der Trend zum so genannten Multi-Vendor-Sourcing, also zum Einsatz mehrerer Dienstleister, ungebrochen. Durch dieses Modell steigt allerdings der Steuerungsaufwand in den Unternehmen, um dieses Konglomerat adäquat zu managen. Das ist ebenfalls ein Ergebnis der Studie.

Die Top3 der genannten Sourcing-Ziele sind Kostenreduzierung, Standardisierung und Flexibilisierung. Hingegen steht bei der Auswahl des Dienstleisters dessen Qualität im Vordergrund, noch vor dem Preis. An dritter Stelle steht die kulturelle Übereinstimmung zwischen Anbieter und Kunde, der so genannte Cultural Fit.

Einen generellen Unmut äußern Sourcing-Nutzer hinsichtlich des Reportings ihrer Dienstleister: 39 Prozent (strategisches Berichtswesen), 43 Prozent (taktisches Berichtswesen) und 32 Prozent (operatives Berichtswesen) sind demnach mit dem Reporting nicht zufrieden. „Die Dienstleister nutzen nicht ihre Chance in der Kommunikation mit den Kunden. Hier besteht noch großes Optimierungspotenzial“, berichtet Jörg Hild, Partner und Leiter des Bereichs IT Sourcing Advisory bei PwC. Dennoch schätzt die überwiegende Mehrheit der Befragten die grundsätzliche Qualität - die sich primär über das Preis/Leistungsverhältnis definiert - seiner Dienstleister positiv ein: 80 Prozent sind demnach zufrieden oder gar sehr zufrieden. Dies steht im Gegensatz zu der meist vorherrschenden Meinung, die ein deutlich negativeres Bild der Kundenzufriedenheit zeichnet.

Der bisherige Trend zu immer kürzer werdenden Verträgen setzt sich laut der aktuellen Studie nicht mehr fort. Eine Entwicklung ist indes weiterhin populär: Stark standardisierte Services wie etwa der Netzbetrieb werden auch weiterhin eher ausgelagert als sehr unternehmensspezifische Dienste wie etwa die Anwendungsentwicklung. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Unternehmen gerade bei den so genannte "Commodity Services" noch erheblichen Standardisierungsbedarf sehen. Bei den strategisch wichtigen Kompetenzen schauen Unternehmen genauer hin, bevor sie ausgelagert werden bzw. bauen diese Kompetenzen sogar intern weiter aus.

So sieht die Mehrheit der Befragten im Cloud Computing eine viel versprechende Erweiterung ihrer Sourcing-Optionen: 47 Prozent der Befragten nutzen die Cloud bereits. 18 Prozent der Befragten planen, erstmalig Cloud-Computing anzuwenden. Nahezu sämtliche Studienteilnehmer hoben außerdem die mit dieser Art der IT-Nutzung einhergehende technologische Standardisierung hervor. Allerdings gibt es auch Anwender, die dieser Technologie negativ bis ablehnend gegenüberstehen: 35 Prozent der Befragten gaben an, weder Cloud Computing aktuell zu nutzen noch derzeit einen Einstieg zu planen. Zudem berichtete die überwiegende Mehrheit der Befragten, dass Cloud-Lösungen auch veränderte Governance-, Kontroll- und Vertragsstrukturen verlangen.

„Zusammenfassend konnten wir feststellen, dass sich Cloud Computing als fester Bestandteil vieler IT-Sourcing-Strategien etabliert hat, aber die Herausforderungen, die sich daraus für die IT-Governance ergeben, oftmals noch nicht gelöst sind“, kommentiert Jörg Hild. Für die IT-Sourcing-Studie 2012 wurden 65 Interviews mit IT-Verantwortlichen geführt. Die befragten Unternehmen verteilen sich auf Deutschland, Österreich und Schweiz bzw. auf die Branchen Banken, Versicherungen, öffentlicher Sektor, Industrie sowie Dienstleistungen und Handel.

(Redaktion)

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