Marketing & PersonalDi, 31.05.2016 10:33

Junge Arbeitnehmer erwarten deutlich mehr und länger arbeiten zu müssen

Lebenslanges Arbeiten und lebenslanges Lernen: So sieht die Generation der heute 20- bis 34-Jährigen ihre berufliche Zukunft. Die Unternehmen sollten sich darauf einstellen, denn im Jahr 2020 werden die Millennials ("Gen Y") weltweit mehr als ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung stellen, heißt es in einer aktuellen Studie der Manpower Group.

Die Generation Y hat zugleich die Erwartung, dass sie für ihre beruflichen Anstrengungen finanziell gut belohnt wird (92 Prozent), dass ihr Arbeitsplatz sicher ist (87 Prozent) und sie genügend freie Zeit zur Verfügung hat (86 Prozent). Außerdem sind ihnen gute Kollegen (80 Prozent) und flexible Arbeitszeiten wichtig (79 Prozent). Mit dem Eintritt der Generation Y in die Arbeitswelt, haben sich auch die Ansprüche an den Arbeitgeber verändert. Obwohl immer noch wichtig, ist das Gehalt heute nur noch ein Teilaspekt der vielen Faktoren, die im Endeffekt darüber entscheiden, ob ein Unternehmen für junge Talente attraktiv ist, oder nicht. „Die Generation Y nimmt potentielle Arbeitgeber genau unter die Lupe - sowohl ein gutes Arbeitsklima mit netten Kollegen als auch die gesellschaftliche Sinnhaftigkeit der Arbeit ist ihnen sehr wichtig“, so Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland.

Berufliche Sicherheit bedeutet für Millennials ein langfristig sicherer Arbeitsplatz (27 Prozent), die Möglichkeit zum Ausbau von Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechend der Marktansprüche (27 Prozent), das Halten der eigenen Lebensstandards (24 Prozent), Einkommenssicherheit (12 Prozent), nützliche Kontakte bei der Arbeitssuche sowie Abfindungszahlungen und -leistungen im Falle einer Kündigung (5 Prozent).

Was die Millennials von ihrer Karriere erwarten und wie Arbeitgeber darauf reagieren sollten, analysiert die Manpower Group in ihrer neuen internationalen Studie „Millennials im Karriere-Marathon: So gewinnen Unternehmen weltweit die bald größte Generation“. Die meisten Millennials erwarten, dass sie länger arbeiten werden als die Generationen vor ihnen. Sie verstehen ihre berufliche Laufbahn als flexibel und sind bereit, diese regelmäßig für Fortbildungen zu unterbrechen.

Weltweit rechnen mehr als die Hälfte von ihnen damit, auch über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten. 27 Prozent gehen sogar davon aus, auch mit jenseits der 70 noch berufstätig zu sein. In Deutschland erwarten 77 Prozent der Millennials, auch noch nach ihrem 65. Geburtstag zu arbeiten. 19 Prozent glauben, noch nach dem 70. Lebensjahr im Berufsleben zu stehen. In Japan denken sogar 37 Prozent der Befragten, dass sie bis an ihr Lebensende arbeiten werden (in Deutschland neun Prozent), was kulturelle Unterschiede, auch in der Arbeitswelt, zwischen Ländern deutlich macht.

Die Berufstätigen dieser Generation wollen sich mithilfe ihrer Arbeitsstelle langfristig für den Arbeitsmarkt qualifizieren und attraktiv bleiben. 63 Prozent der deutschen Millennials wünschen sich lebenslanges Lernen und sind auch bereit, ihre Freizeit und eigenes Geld in die Fortbildung zu investieren. Für 74 Prozent der deutschen Millennials ist der Erwerb neuer Fähigkeiten und Qualifikationen ein ausschlaggebendes Argument bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes. 26 Prozent planen sogar, eine längere Auszeit von ihrer beruflichen Laufbahn für Fortbildung und Weiterqualifikation zu nutzen.

Arbeitgeber sollten diese Art der Lernbereitschaft anerkennen und belohnen. „Die Ergebnisse unserer Studie sowie unsere Erfahrung zeigen uns, dass sich die Welt der Arbeit immer schneller verändert; entsprechend erwarten Millennials, die in dieser Welt aufgewachsen sind, eine vielseitige berufliche Entwicklung mit höherer Flexibilität“, erläutert Brune. Das betrifft auch das Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Investitionen in Fortbildung sowie das Schaffen der Möglichkeit, das eigene Können und Wissen direkt im Rahmen der beruflichen Tätigkeit weiterzuentwickeln, sei eine sichere Methode, Unternehmen zu attraktiveren Arbeitgebern zu machen.

(Redaktion)

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