Marketing & PersonalDi, 27.05.2014 14:38

Positive Konfliktkultur ist große Herausforderung für deutsche Unternehmen

Streitigkeiten zwischen Mitarbeitern oder Abteilungen produktiv beizulegen, gelingt deutschen Unternehmen noch immer viel zu selten. In keinem anderen Punkt sind die eigenen Ansprüche der Betriebe an eine gute Unternehmensführung weiter von der betrieblichen Wirklichkeit entfernt. Weitere starke Abweichungen von einer idealen Kultur des beruflichen Miteinanders zeigen sich bei der Transparenz von Unternehmenszielen sowie bei der Anerkennung von Erfolgen. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert.

„Eine gesunde Firmenkultur ist für den dauerhaften Erfolg eines jeden Unternehmens unerlässlich“, sagt Dr. Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Sie zeichnet sich vor allem durch ein positives, sicheres und angstfreies Betriebsklima sowie eine Atmosphäre der Wertschätzung aus. Unsere Studie zeigt das Dilemma auf, in dem viele Unternehmen seit Jahren stecken: Obwohl die Firmen die Stellschrauben sehr genau kennen, die ein besseres Klima bewirken könnten, werden die Führungskräfte im Arbeitsalltag den Erwartungen meist nicht gerecht.“

Befragt nach den wichtigsten Kriterien einer gesunden Unternehmenskultur, die zur Steigerung der Zufriedenheit der Angestellten führt, zeichnen die im Rahmen der Studie befragten HR-Manager ein sehr konkretes Bild: Neben der Konfliktkultur und der Transparenz von Zielen gehören demnach vorbildliche Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter sowie eine Kultur des Vertrauens und der Anerkennung dazu.

Allerdings fallen bei fast allen untersuchten Kriterien des gesunden Unternehmens Wunschbild und Praxis weit auseinander. Am deutlichsten hinken die Unternehmen bei der Etablierung der Konflikt- und Anerkennungskultur, bei der Identifikation der Führungskräfte mit den Unternehmenszielen sowie der Transparenz von Unternehmensstrategie und -zielen für die Mitarbeiter hinterher. Die Liste der unerfüllten Ansprüche lässt sich damit vor allem den Aufgabenbereichen „offene Kommunikation“ und „Orientierung geben“ zuordnen.

„Auffällig ist, dass gerade die weichen und damit eigentlich auch ohne großen finanziellen Aufwand zu beeinflussenden Faktoren, wie eben das produktive Lösen von Konflikten, den Unternehmen im Alltag die größten Schwierigkeiten bereiten“, sagt Schlipat. „Auf Dauer können Unternehmen darauf jedoch nicht verzichten. Vor allem die HR-Verantwortlichen sind deshalb aufgerufen, die Rahmenbedingungen für eine moderne Leistungs- und Führungskultur und damit für ein gesundes Unternehmen zu schaffen.“

(Redaktion)