IT / KommunikationDi, 26.04.2011 10:44

Projektstopp durch fehlende IT-Tests

Sieben von zehn IT-Projekten in deutschen Unternehmen werden planwidrig gestoppt oder verzögern sich. Der häufigste Grund sind nachlässig organisierte Testläufe. In der Regel reservieren die Unternehmen zu wenig Zeit und Personal für die Qualitätssicherung. Die Folge sind unnötige Fehler, die erst im Nachgang beseitigt werden. Die Zusatzkosten sind enorm: Der Aufwand für die Fehlerbeseitigung im Anschluss an die Entwicklung ist fünfmal höher für als Test- und Korrekturläufe in der Projekt-Frühphase, ergibt eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

"Die vermeintlichen Kostenführer bei IT-Projekten sparen häufig am Test. Sie machen nur das Nötigste", sagt Lars Hinrichsen, Experte für Managed Testing von Steria Mummert Consulting. "Sind die Unternehmen besser aufgestellt, verfügen sie zumindest über eine gute Testfalldokumentation. Dies ermöglicht es ihnen beispielsweise, Tests durch externe Mitarbeiter durchführen zu lassen. Die wirklichen Kostenführer bei Funktionstests vermeiden so die Bindung von Fachexperten in Routineüberprüfungen", so Hinrichsen. Denn in der Regel sind es immer noch zu häufig erfahrene IT-Fachspezialisten, die Standard-Tests durchführen. Sie fehlen dann dem eigentlichen Geschäftsbetrieb.

Damit IT-Projekte nicht scheitern, weil bei Tests aus Zeit- oder Budgetgründen gespart wird, setzen Unternehmen zunehmend auf automatisierte Testabläufe. Das betrifft vor allem wiederkehrende IT-Anpassungen, die nur zu sehr geringfügigen Änderungen im eigentlichen Geschäftsbetrieb führen. Energieversorger und Finanzunternehmen profitieren hier besonders. Denn im Energiesektor kommt es nach der Trennung von Energieerzeugung und dazugehörigen Energienetzen zu häufigen Änderungen der Datenformate. Banken führen immer wieder IT-Anpassungen im SWIFT- und SEPA-Geldverkehr durch. Das Testen derartiger Änderungen lässt sich leicht automatisieren. Anpassungen werden so schneller durchgeführt, und die Änderungen erfüllen hinterher im vollen Umfang den gewünschten Zweck.

(Redaktion)