IT / KommunikationDi, 05.03.2013 12:49

Richtlinien auf dem Prüfstand: Wie gut sind Unternehmen auf „Bring your own Device“ vorbereitet?

Die Grenzen zwischen der Arbeitswelt und dem Privatleben schwinden zusehends. Vor diesem Hintergrund stehen IT-Verantwortliche vor der Herausforderung, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einzuräumen, sich am Arbeitsplatz in ihrem gewohnten und gewünschten Kommunikations- und Arbeitsumfeld zu bewegen. Mit der aktuellen Breitenbefragung „Consumerization Study CIO Challenges 2012“ untersucht die techconsult GmbH im Auftrag von Microsoft Deutschland, in welcher Form das Konzept „Bring your own Device“ (BYOD) in den Unternehmen bereits gelebt wird.

Der klassische Arbeitsplatz mit den von der IT vorgegebenen mobilen Endgeräten und Lösungen verabschiedet sich langsam aus den Unternehmen. Mitarbeiter ziehen zunehmend das Arbeiten mit Smartphones, Laptops und Software ihrer Wahl vor. Insbesondere bei leitenden Angestellten ist „Bring Your own Device“ bereits voll im Trend.

Noch ist aber bei weitem nicht jedes Unternehmen auf die Realisierung dieses Konzeptes vorbereitet. Neben Produktivitätssteigerung und Motivationsschub auf der Userseite sorgt „Bring your own“ zunächst einmal für einen Mehraufwand an Management in der IT. Das betrifft insbesondere die sichere Einbindung privater mobiler Endgeräte und Anwendungen ins Unternehmensnetz. Es müssen eine Reihe von individuellen Anforderungen umgesetzt werden, zugleich aber Risiken für das Unternehmen vermieden werden. Bisher war vieles an bestimmte Restriktionen geknüpft, diese müssen die Unternehmen für „Bring your own“ aufweichen und überwinden.

Bisher hat nur jedes dritte Unternehmen in diesem Kontext Richtlinien definiert, sowohl was das Arbeiten mit privaten Geräten als auch mit privater Software betrifft. Vorreiter sind die Finanzdienstleiter. Am wenigsten reguliert sind hier ausnahmsweise die Verwaltungen und Organisationen des Öffentlichen Bereiches.

Für 34 Prozent der Unternehmen ist es eine entscheidende Voraussetzung, dass die privaten Geräte nicht ins Unternehmensnetzwerk eingebunden werden. Ein Viertel der Unternehmen gestattet den Zugriff auf E-Mail-, Kontakt- und Kalenderfunktionen. Etwa 20 Prozent der  Unternehmen gestatten auch den Zugriff auf Unternehmensdaten. Für das Arbeiten mit privater Software ist die wichtigste Bedingung, dass die Anwendungen vor der Nutzung überprüft und fachmännisch installiert werden.

Im Großen und Ganzen werden die festgesetzten Richtlinien von den Unternehmen auch gelebt und eingehalten. Besonders positiv heben sich dabei die Versorgungsunternehmen hervor. Dennoch gibt es 30 Prozent an Unternehmen, die zwar Handlungsanweisungen im Umgang mit privaten Endgeräten und mit privater Software getroffen haben, sich aber nicht konsequent daran halten. Ein knappes Drittel der Befragten hält die Richtlinien für ausreichend. Für eine Verschärfung sprechen sich 36 Prozent der Mitarbeiter aus.

Nicht jedem Mitarbeiter im Unternehmen ist es gegönnt, mit privaten Geräten und Anwendungen zu arbeiten. 38 Prozent aller Unternehmen koppeln die Nutzung von privaten Endgeräten und von privater Software an bestimmte Faktoren. Dabei spielt der Status eine ausschlaggebende Rolle. In 71 Prozent der Unternehmen ist die Position des Mitarbeiters entscheidend. Für jedes dritte Unternehmen ist die Abteilung ausschlaggebend. Die Mitarbeiter dürfen eher private Anwendungen und Software nutzen als andere, wenn die Abteilung einen großen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung hat.

(Redaktion)