WirtschaftDi, 26.02.2013 12:44

Starre Prozesse verhindern Innovationen

Unternehmen stehen sich selbst im Weg, wenn es darum geht, neue Geschäftsmodelle zu implementieren. Mehr als zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte in Deutschland sehen die mangelnde Flexibilität der Arbeitsprozesse im eigenen Haus als größte Hürde bei der Umsetzung neuer Ideen an. Das ist ein Ergebnis des "Managementkompass Neue Geschäftsmodelle" von Steria Mummert Consulting.

Geschäftsmodelle müssen regelmäßig an die wechselnden Rahmenbedingungen der Märkte angepasst werden. Ansonsten drohen Wettbewerbsnachteile und Kundenverlust. Das haben mehr als 80 Prozent der für die Studie befragten Fach- und Führungskräfte erkannt. Aber den nötigen Innovationen steht oft die Unternehmenskultur im Weg. Neben den Arbeitsprozessen bewerten die Befragten zu 61 Prozent die ebenfalls zu geringe Flexibilität der Strukturen ihres Unternehmens als größtes Hindernis. Am Geld scheitert die Modernisierung hingegen eher selten. Nur rund ein Drittel der Befragten betrachten die Finanzierung als Herausforderung bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle.

„Neue Geschäftsmethoden erfolgreich zu etablieren ist besonders schwierig, wenn die Mitarbeiter nicht selbst ermutigt werden, eigene Ideen einzubringen und auszuprobieren. Wer seinen Angestellten das selbständige Denken abgewöhnt und sie zu reinen Maschinen reduziert, darf sich nicht wundern, wenn sie ihre Arbeit nur noch mechanisch ausführen“, sagt Björn Zimmermann, Personalexperte bei Steria Mummert Consulting.

Die einzelnen Branchen bewerten die Flexibilität ihrer Arbeitsprozesse zwar unterschiedlich. Allerdings schneidet keine wirklich gut schneidet dabei ab. Besonders unflexibel sind nach eigener Einschätzung Transportunternehmen, Banken und das verarbeitende Gewerbe. 80 Prozent der Logistikunternehmen und drei Viertel der Kreditinstitute und Industriebetriebe vermissen flexible Arbeitsprozesse. Der Handel liegt mit 71 Prozent nah am Durchschnitt aller Branchen. Bei den Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation, IT und Medien sowie dem Gesundheitswesen schätzen sich auch fast 60 Prozent als unflexibel ein.

Steria-Mummert-Consulting-Experte Björn Zimmermann empfiehlt den Unternehmen dringend, eine Kultur aufzubauen, die Innovationen fördert: „Dazu gehört eine intensive Kommunikation innerhalb der Teams und zwischen den Bereichen, das Einbringen kreativer und unkonventioneller Ideen, das Zulassen von Fehlern sowie die Bereitschaft, unternehmerische Risiken einzugehen. So kommen Ideen und Wissen aus allen Teilen eines Unternehmens zusammen, um gemeinsam Innovationen zu schaffen, die schließlich auch das bestehende Geschäftsmodell erfolgreich verändern können.“

(Redaktion)