IT / KommunikationDo, 29.10.2015 13:54

Studie: Häufigste IT-Tools für Kollaboration in der Supply Chain

Wenn Unternehmen in der Supply Chain eng mit anderen zusammenarbeiten, stützen sie sich dabei mehrheitlich auf IT: Sechs von zehn Unternehmen (58,5 Prozent), die auf Kollaboration in der Lieferkette setzen, nutzen dafür IT-Plattformen. Das zeigt die Studie „Global Trade Management Agenda 2016 – Kollaboration in der Supply Chain“ von AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart.

Befragt wurden Vertreter von mehr als 200 Unternehmen. Vor allem große Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern erweisen sich als IT-affin: 80 Prozent von ihnen setzen auf IT-Plattformen – unter den Betrieben mit bis zu 200 Mitarbeitern tun dies nur 47,9 Prozent.

Kollaboration in der Lieferkette gewinnt laut einer deutlichen Mehrheit der Befragten generell an Bedeutung (91,7 Prozent). „Die Aussagen der Studienteilnehmer lassen erwarten, dass die Zahl der IT-gestützten Kollaborationsprojekte in den nächsten Monaten spürbar zunimmt“, sagt Dr. Ulrich Lison, Co-Autor der Studie und Mitglied der AEB-Geschäftsleitung. „Ausschlaggebend dafür dürften die weitestgehend positiven Praxiserfahrungen mit Supply Chain Collaboration sein. Die Unternehmen profitieren vor allem von geringeren Transportkosten und höheren Tempo.“

Die Studienteilnehmer verstehen unter Kollaboration in der Lieferkette zum großen Teil weit mehr als die bloße Zusammenarbeit zwischen Unternehmen (90,5 Prozent). „Nach unserer Definition umfasst Kollaboration die gemeinsame und unternehmensübergreifende Optimierung von Prozessen“, sagt Professor Dirk Hartel, Studiengangsleiter für BWL-Dienstleistungsmanagement an der DHBW und ebenfalls Co-Autor der Studie. „In den Unternehmen ist zu diesem Zweck eine ganze Reihe von Methoden und Werkzeugen weithin bekannt – genutzt werden viele davon derzeit allerdings in deutlich geringerem Maße.“ IT-Plattformen etwa kennen 87,2 Prozent der Befragten, nur 58,5 Prozent nutzen sie. Weitaus deutlicher fällt die Differenz für Social-Media-Werkzeuge zur Kollaboration aus: Drei Vierteln (76,2 Prozent) sind diese bekannt, nur jeder Vierte setzt sie ein.

Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten setzen alle genannten IT-Werkzeuge häufiger ein als kleinere Firmen. Am deutlichsten ist der Unterschied beim Ausschreibungsmanagement. Von den Großunternehmen arbeiten demnach 68,9 Prozent mit dieser Methode, von den Betrieben mit bis zu 200 Mitarbeitern hingegen nur 22,9 Prozent.

Bei der Gegenüberstellung unterschiedlicher IT-Plattformen und -Funktionen ist laut der Studie der Austausch von Bewegungsdaten das am häufigsten genutzte Mittel für eine engere Vernetzung in der Supply Chain. Zwei Drittel der Befragten teilen diese Informationen mit Partnern (67,4 Prozent). Lieferanten- und Kundenportale werden ebenfalls häufig genutzt (62 bzw. 61,5 Prozent). Stammdaten- und Ausschreibungsmanagement hingegen setzt nur etwas mehr als jeder Dritte zur Kollaboration ein (37,4 Prozent).

Nicht selten treffen bei Kollaborationsvorhaben zwei Unternehmen mit unter-schiedlichen IT-Systemen aufeinander. „Trotz allem Willen zur engen Zusammenarbeit lässt die Studie für diese Fälle wenig Bereitschaft erkennen, sich einseitig auf den Partner einzustellen“, sagt Dr. Ulrich Lison. Nur 14,7 Prozent der Befragten passen ihre Systeme an die des Gegenübers an. Jeder Fünfte versucht, sein System durchzusetzen (20,1 Prozent). Mehrheitlich setzen Unternehmen auf symmetrische Strategien: Sie nutzen Meta-Plattformen (27,2 Prozent) oder einigen sich auf Standards (38 Prozent).

(Redaktion)