IT / KommunikationFr, 15.02.2013 12:11

Überall und jederzeit: Zukunftstrend Mobile Computing

Von: Ralf Hensel

Selbst aus dem Straßenbild sind sie nicht mehr wegzudenken: Smartphones und Tablets wohin man hinschaut. Gleiches gilt in Unternehmen: Auch hier haben sie ihren Siegeszug angetreten und gehören in vielen Berufsgruppen mittlerweile zum Standard. Für IT-Abteilungen in Unternehmen heißt es dadurch: weiterdenken! Mobile Computing wird die nächsten Jahre bestimmen. Das zeigen die Ergebnisse des Datagroup Trendmonitors, einer Befragung von 4.000 Geschäftsführern kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie 600 IT-Verantwortlichen in den Top-Unternehmen Deutschlands.

Welche Chancen und Risiken birgt ihr Einsatz in Unternehmen? Mobile Computing ermöglicht zunächst ortsunabhängiges Arbeiten. Und dieser Umstand eröffnet für Unternehmen zahlreiche Chancen. Hier profitieren alle, die eine flexible Arbeitsgestaltung möchten. „Ubiquität“, also die Möglichkeit des Überall- und Zu-jeder-Zeit-Arbeitens, hilft Unternehmen zudem dabei, übergeordnete Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit praktischem Leben zu füllen. Die neue Arbeitswelt verlangt von allen Beteiligten ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen sowie Vereinbarungen der Zusammenarbeit. Idealerweise sollte in einem definierten Prozess ein Regelwerk erstellt werden, das die Arbeitsmodalitäten regelt.

Da drängt sich schnell die Frage auf, ob es in fünf Jahren überhaupt noch stationäre PCs geben wird. Der aktuelle, vor allem im Consumerbereich zu beobachtende Trend der Ablösung des klassischen Desktoprechners durch mobile Endgeräte darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zahlreiche Bereiche gibt, die immer noch auf stationäre Hardware angewiesen sind. Man denke hier etwa an Bildbearbeitung, Forschung und Entwicklung und Ingenieursleistungen. Auch die Arbeitsplätze großer Handelssysteme verlangen immer noch eine leistungsfähige Hardware, die bestückt mit zahlreichen stationären Peripheriegeräten, auch noch in fünf Jahren ihren „traditionellen“ Dienst versehen wird. Anders im Bereich der Bürokommunikation, bei Berufen mit hohem Außendienstanteil und Heimarbeitsplätzen: Hier hat der Wechsel zur mobilen Infrastruktur längst begonnen.

So wird es in vielen Unternehmen, die heterogene Leistungsanforderungen an die Büro-IT stellen, ein uneinheitliches Bild im IT-Inventar ergeben. Zusätzlich führen Entwicklungen wie „Bring Your Own Device“ bei IT-Abteilungen zu weiterem Komplexitätswachstum. Über Service-Verträge können Unternehmen steigende Pflegeaufwände an zertifizierte und erfahrene IT-Dienstleister abgeben.

Bring Your Own Device (BYOD) – ein Trend, der auf den ersten Blick verlockend aussieht. Denn viele Mitarbeiter nutzen privat Smartphones. Warum können sie die nicht auch im Berufsalltag einsetzen, ohne dass ein Unternehmen teure Investitionen tätigen muss? Für die Integration von „betriebsfremden“ mobilen Endgeräten gibt es mittlerweile bezahlbare Software, die nicht nur den Sicherheitsanforderungen der Unternehmen entspricht, sondern auch den Mitarbeitern die „Nutzungsvielfalt“ ihrer Endgeräte belässt. Das darf jedoch nicht über notwendige organisatorische Regelungen hinweg täuschen. Denn zusätzlich zu der rein technischen Einbindung muss ein Konzept entwickelt werden, das „Spielregeln“ der mitgebrachten Hardware im Firmenkontext definiert. Nur so kann ein sinnvoller Ausgleich der Arbeitgeber-/Arbeitnehmerinteressen umgesetzt werden.

Zum Autor: Ralf Hensel ist Geschäftsführer der Datagroup Köln GmbH. Weitere Informationen sind unter www.datagroup.de abrufbar.