Marketing & PersonalDi, 05.11.2013 13:31

Unternehmen setzen auf Mitarbeiterbindung

Deutsche Führungskräfte müssen offensichtlich wieder lernen, besser zu führen, um Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden und anstehende betriebliche Umstrukturierungen kompetenter zu begleiten. Das ist das Ergbnis der HR-Trendstudie 2013 des geva-instituts und des Bundesverbands der Personalmanager (BPM).

Mit dem Fokus auf das eigene Unternehmen brennt den Personalexperten vor allem die Führungskultur auf den Nägeln. 55,4 Prozent sehen hier den größten Handlungsbedarf. Mit betrieblichen Umstrukturierungen beschäftigen sich deutsche Unternehmer gerne und oft. Die kommunikative Begleitung dieser Veränderungsprozesse nach innen ist aber meist unzureichend oder unterbleibt gänzlich. Das ist in den Personalabteilungen angekommen: Nahezu jeder zweite Befragte sieht hier eine ganz große Aufgabe in den nächsten zwei Jahren.

Wenig überraschend ist, dass der Fachkräftemangel von 57 Prozent der Personalmanager als nationales Arbeitsmarktproblem gesehen wird. Bezogen auf das eigene Unternehmen wird die Lage jedoch entspannter wahrgenommen. Nur knapp 45 Prozent der Befragten geben an, im eigenen Betrieb vor unlösbaren Rekrutierungsaufgaben zu stehen. In Großunternehmen sieht man das Thema Fachkräftemangel im Allgemeinen gelassener als in eher unbekannten Firmen mit geringerem Bewerberaufkommen. Kleinere Unternehmen setzen nun vor allem auf Mitarbeiterbindung, um eine stabile Personalsituation zu schaffen.

Es gilt, gute Mitarbeiter zu halten und für ein motivierendes Arbeitsumfeld zu sorgen. Identifikation, Engagement und Arbeitszufriedenheit werden von Personalmanagern zunehmend als Erfolgsfaktoren der Arbeitgeberattraktivität gesehen. Gute Platzierungen in den diversen Arbeitgeberwettbewerben haben an Aussagekraft und Glaubwürdigkeit verloren, seitdem sie inflationär vergeben werden. Personaler haben daher verstanden, dass sich nur eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur positiv auf die Arbeitgeberattraktivität auswirkt und sie damit beginnen müssen, die betrieblichen Voraussetzungen für Motivation und Bindung zu verstehen und zu schaffen.

Auch der Erhalt der Leistungsfähigkeit wird in den Personalabteilungen zunehmend zum Brennpunktthema. Mitarbeiter bleiben länger im Unternehmen, die Arbeitsbelastung steigt, Fehlzeiten und Burn-out sind ernstzunehmende Kostenfaktoren. Maßnahmen zur Stressbewältigung werden künftig zur innerbetrieblichen Gesundheitsaufgabe. Nahezu alle Personalexperten sind sich darin einig, dass dieses Thema in der betrieblichen Praxis deutlich an Bedeutung gewinnen wird.

(Redaktion)