Marketing & PersonalFr, 08.03.2013 12:15

Unternehmensfilme - verkannte Schätze

Von: Birgit Mann

Aus unserer modernen Welt ist der Begriff „Datensicherheit“ nicht mehr wegzudenken. Die sensiblen Daten aus Forschung, Entwicklung, Buchhaltung und Unternehmensführung werden selbstverständlich geschützt und auf vielfältige Weise langfristig gesichert. Aber wer bemüht sich um die Sicherung historischer Unternehmensfilme?

Historische Filme dokumentieren die Entwicklung einer Marke und sollten bewahrt werden. (Foto: protel)

Historische Filme dokumentieren die Entwicklung einer Marke und sollten bewahrt werden. (Foto: protel)

Wo sind sie geblieben, die historischen Unternehmensfilme? Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Markenbildung. Sie dokumentieren den Weg einer Marke und geben Einblick in die verschlungenen Pfade der Unternehmens- und Markengeschichte. Oftmals schlummern sie unter ungünstigen Bedingungen in feuchten Kellern, auf heißen Dachböden und in verstaubten Regalen. Dort sind sie dem Qualitätsverlust durch falsche Lagerung schutzlos ausgeliefert.

Marketingabteilungen haben nicht selten Probleme im Einsatz dieser alten Filme, zumal ständig Innovationen gefordert sind. Mit der personellen Fluktuation in den Unternehmen geht außerdem das Wissen um den Inhalt der Filme nach und nach verloren. Die Bedeutung „Historischer Filme“ für den Markenwert wird oft verkannt, häufig genug werden sie als „Schnee von gestern“ abgetan.

Darüber hinaus gibt es bei alten Filmen eine große Format-Vielfalt. Da stapeln sich Filmbüchsen mit analogen 35, 16 oder 8 Millimeter Filmen und Magnetbänder, die nicht erkennen lassen, ob sie Masterbänder oder Kopien sind. Doch die erforderlichen Abspielgeräte sucht man in den Marketingabteilungen heute meist vergebens. Vielfach haben Filmkopien aus den 50er und 60er Jahren durch unsachgemäße Lagerung oder natürlichen Zerfall ihre Farbkraft eingebüßt oder sind rotstichig geworden – ein weit verbreitetes Phänomen.

Film-Materialien können spröde werden oder mechanische Beschädigungen aufweisen. Hinzu kommen Videobänder in offenen Spulen oder in diversen Kassetten-Formaten. Mitunter taucht eine klobige „U-matic“-Kassette aus den 80er Jahren auf - ein professionelles Videoformat von Sony, das heute so gut wie vergessen ist. Auch VHS-Kassetten oder das jahrelang gebräuchliche, professionelle Betacam-System finden sich mit ihren zahlreichen Untervarianten in den Unternehmen. Mit „High Definition“, also der hohen Auflösung unserer HD-Ära, gerieten die alten Systeme in Vergessenheit. Und damit geht in der Regel auch der Verlust historischer Filmdokumente einher. Wie solche Dokumente bewahrt und wieder neu genutzt werden können, das erfahren Sie in Teil 2 und Teil 3 unserer Serie (15. bzw. 22. März).

Zur Autorin: Dipl.-Wirt.-Ing. Birgit Mann arbeitet für die protel Film & Medien GmbH mit Sitz in Ulm. Weitere Informationen sind unter www.protel-film.de abrufbar.