IT / KommunikationMi, 30.08.2017 11:20

Wie der Foodsektor von der Digitalisierung profitiert: Ideen, Sortimente und Herausforderungen

Von: Tobias Weiland

Während der Online-Einkauf allgemein einen wachsenden Anteil am Umsatz in vielen Branchen aufweist, entwickelt sich der Lebensmittelsektor vergleichsweise langsam. Doch schreitet die Digitalisierung auch in dieser Branche dank innovativer Konzepte und durchdachter Strategien voran. Sowohl bekannte Supermarktketten als auch junge Start-ups bereichern den Foodsektor mit ihren Sortimenten.

Digitalisierter Foodsektor: Konzepte und Ideen

Die Lebensmittelbranche hat die Digitalisierung beziehungsweise das E-Commerce für das Angebot der Sortimente für sich entdeckt. Speziell in den vergangenen Jahren haben zahlreiche etablierte Supermärkte und Ketten ihr Online-Geschäft ins Leben gerufen oder ausgebaut. Große Märkte wie etwa Edeka, Rewe oder Rossmann stellen den größten Teil ihres Angebots auch im Internet zur Verfügung und bieten Versandoptionen an.

Das Spektrum reiner Online-Anbieter ist noch größer. Auch hier gibt es bereits länger etablierte Dienstleister wie den zur DHL gehörenden Anbieter AllyouneedFresh sowie eine ganze Reihe junger Unternehmen und Start-ups mit verschiedenen Schwerpunkten und Ausrichtungen. Dank der Zugehörigkeit zur Deutschen Post DHL hat AllyouneedFresh die Möglichkeit einer besonders effizienten und schnellen Logistik und Zustellung.

Die Konzepte im digitalisierten Foodsektor reichen vom Angebot von Lebensmittelsortimenten über Rezepte samt Zutaten bis hin zu Abonnement-Systemen. Auch fertig zubereitete Speisen werden immer öfter online angeboten und können in Ballungsgebieten noch am selben Tag zugestellt werden. Kochzauber und HelloFresh sind Beispiele für Anbieter, die gerne mit Abo-Systemen arbeiten. Frische Speisen werden insbesondere in gut ausgebauten lokalen Einzugsgebieten angeboten. Besonders Großstädte profitieren von der Zustellung innerhalb weniger Minuten oder Stunden.

Digitalisierte Lebensmittel: statistische Entwicklung

Grundsätzlich sind im Online-Handel seit einigen Jahren ein steigender Absatz sowie ein steigender Anteil am Gesamtumsatz im Einzelhandel zu beobachten. Über 40 Milliarden Euro Umsatz generiert der Internet-Handel jährlich in Deutschland, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Hierbei fällt allerdings auf, dass der größte Teil des E-Commerce auf Mode, Printmedien und Tonträger beschränkt bleibt. Der Lebensmittelhandel im E-Commerce entwickelt sich langsamer und zeigt im Wesentlichen im Hinblick auf nicht-verderbliche Produkte einen größeren Anteil. Gerne kaufen Kunden auch seltene, lokal nur schwer zu findende Artikel, etwa besondere Spirituosen oder Weinsorten. Ein Grund für die nur langsame Bedeutungszunahme des Verkaufs frischer Lebensmittel und Speisen über das Internet findet sich in der Gewohnheit der Verbraucher, die Qualität dieser Lebensmittel im Supermarkt vor Ort zu überprüfen. Dabei sind moderne Online-Supermärkte imstande, auch solche frischen Speisen und Lebensmittel ohne Qualitätsverlust zuzustellen.

Digitalisierter Lebensmittelkauf uns seine Vorzüge und Nachteile

Ein wesentlicher Vorteil des Online-Kaufs von Lebensmitteln liegt in der enormen Zeitersparnis. Anfahrtszeiten, Suchzeiten oder das Warten an der Kasse entfallen beim Internetkauf. Dies kommt besonders beruflich stark eingespannten Personen mit knappem Zeitbudget zugute.

Zudem profitieren Online-Käufer von einem breiten Angebot und guten Sortimenten. Bei einem der zahlreichen Anbieter werden Kunden in Bezug auf nahezu jede Produktart fündig. In lokalen Supermärkten kommt es hingegen immer wieder zu leeren Regalen, wenn ein Produkt gerade ausverkauft und das neue Kontingent noch nicht eingetroffen ist. Auch und insbesondere im Hinblick auf spezielle und rare Lebensmittel und Spezialitäten ist dies ein Vorteil. Problematisch sind in erster Linie die hohen Preise sowie das zusätzlich anfallende Verpackungsmaterial.

Anforderungen an die Anbieter

Die Herausforderungen sind hoch. Dies betrifft in erster Linie die Sicherheit und Qualität der angebotenen Speisen und Getränke und zum anderen das Problem der Zustellung. Die meisten Anbieter nutzen reguläre Zustelldienste. Die meisten Anbieter liefern bundesweit aus. Das Angebot fertig zubereiteter Speisen ist oft auf lokale Einzugsgebiete beschränkt. Während die Zustellung allgemein zwischen einem und zwei Tagen in Anspruch nimmt, können lokal ansässige Unternehmen in Ballungsgebieten oft schon innerhalb weniger Stunden oder Minuten liefern.