WirtschaftDo, 31.07.2008 16:07

Wirtschaftsminister Pfister stellt Cluster-Atlas für Baden-Württemberg vor

„Zum ersten Mal Bestandsaufnahme aller clusterbezogenen Netzwerke und Initiativen in Baden-Württemberg“

„Mit diesem ersten Cluster-Atlas für Baden-Württemberg können regionale Projektvorschläge für den Ausbau und Aufbau weiterer Clusterinitiativen besser zugeordnet und bewertet werden“, so Wirtschaftsminister Ernst Pfister, der am Mittwoch (30. Juli) in Stuttgart den Cluster-Atlas „Bestandsaufnahme clusterbezogener Netzwerke und Initiativen“ vorstellte.

Der Atlas beschreibt für alle zwölf Regionen des Landes nach einer einheitlichen Struktur jeweils die erkannten Cluster und benennt auch zusätzliche Themenfelder, die nach Einschätzungen regionaler Vertreter Entwicklungspotenziale für regionale Cluster aufweisen könnten. „Der Cluster-Atlas schafft Transparenz und benennt zudem die in den einzelnen Clustern bestehenden Clusterinitiativen und Netzwerke sowie die jeweils in einer Region angesiedelten relevanten Forschungs- und Technologieinfrastruktureinrichtungen“, erklärte der Minister.

Auf der Grundlage dieser übersichtlichen Darstellung hätten die regionalen Clusterpraktiker in den Wirtschaftskammern, in der regionalen Wirtschaftsförderung sowie im Bereich von Wissenschaft und Forschung die Möglichkeit, weitere Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten regionaler Cluster über die jeweiligen Verwaltungsgrenzen hinaus zu erkennen. Ein ausführliches Verzeichnis der Internet-Adressen der einzelnen regionalen Clusterinitiativen sowie der regionalen Ansprechpartner erlaubt die schnelle Anbahnung von Kontakten.

„Die Unternehmen stehen heute angesichts der weiter zunehmenden internationalen Verflechtung der Märkte und eines anhaltend hohen Innovationstempos unter erhöhtem Wettbewerbsdruck“, erklärte Ernst Pfister. „Sie werden ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nur halten und ausbauen können, wenn frühzeitig im Rahmen von strategischen Allianzen wissenschaftliche Erkenntnisse und neueste Forschungsergebnisse in neue Produkte und Prozesse umgesetzt werden“.

Deshalb misst die Landesregierung der Bildung und dem Ausbau von Clustern eine zentrale Rolle in der Cluster- und Innovationspolitik zu. So startete Wirtschaftsminister Pfister Anfang Juli 2008 einen regionalen Clusterwettbewerb, mit dem der Aufbau und die Initiierung von neuen regionalen Clusterorganisationen und die Professionalisierung von vorhandenen existierenden regionalen Clusterinitiativen und deren strategische Positionierung unterstützt werden soll.

Der Cluster-Atlas ist ein weiterer Baustein dieser Aktivitäten. Aufgrund der regionalspezifischen und detaillierten Darstellung ist es möglich, Cluster mit ausschließlich regionaler Bedeutung gegenüber denjenigen zu unterscheiden, die landesweit prägende Technologie- und Branchenfelder wie den Automobilbereich oder die Produktionstechnik widerspiegeln.

Mit dem Cluster-Atlas, so Ernst Pfister, hätten die regionalen Clusterakteure in den Regionen zudem die Möglichkeit, eine einheitliche Darstellung im Internet bereit zu halten, um damit mögliche Investoren und Kooperationspartner mit entsprechenden Informationen bei der Suche nach geeigneten Clusterinitiativen zu unterstützen. „Damit kann dieser Atlas einen wirksamen Beitrag zur Profilierung der regionalen Cluster bilden. Er soll aber auch den landesweit tätigen Clustereinrichtungen und Netzwerken sowie bw-i als Standortagentur für ihre internationalen Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden“, so Ernst Pfister.

Wichtig sei dabei, dass es sich nicht um ein statisches Werk sondern um ein Arbeitspapier handelt, das nur in Kooperation zwischen dem Land als Koordinator und den regionalen Akteuren erstellt werden kann und fortgeschrieben werden muss. Nur so kann es Kooperation suchenden Investoren als aktuelle Orientierungshilfe dienen.

Der Cluster-Atlas zeigt in seiner Gesamtdarstellung, dass eine große Anzahl regionaler Cluster im Bereich der Automobil- und Produktionstechnik angesiedelt ist – nahezu jede Region hat in diesem Bereich Cluster. In der Kreativwirtschaft, der Kunststoffverarbeitung, den Life Sciences (Biotechnologie), der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik, der Umwelt-, Energie- und Verpackungstechnik sowie im Bereich Tourismus/Gesundheit gibt es in drei bis sechs Regionen Cluster. 14 Cluster beispielsweise in der Glas-Labortechnik, Nano- oder Lüftungstechnik finden sich jeweils nur an einem oder zwei Standorten.

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg