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Wirtschaft | Do, 24.11.2011 09:02

3. Quartal 2011: Steigender Konsum lässt BIP um 0,5 % wachsen

Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Wachstumskurs: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im dritten Quartal 2011 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 0,5 % höher als im Vorquartal. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft setzte sich somit nach dem wachstumsstarken Jahresbeginn (+ 1,3 % im ersten Quartal) im Verlauf des Jahres 2011 weiter fort und nahm im Berichtsquartal wieder etwas mehr Fahrt auf.


Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich in erster Linie aus dem Inland: Es wurde insbesondere mehr konsumiert, aber auch mehr investiert als im Vorquartal. Sowohl die privaten Haushalte (+ 0,8 %) als auch der Staat (+ 0,6 %) gaben im dritten Quartal 2011 deutlich mehr für ihren Konsum aus als im zweiten Quartal. Daneben wurde von Juli bis September wiederum deutlich mehr in Ausrüstungen - darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - investiert (+ 2,9 %) als im zweiten Vierteljahr 2011. Lediglich die Bauinvestitionen gingen im Berichtsquartal etwas zurück (- 0,7 %), was aber auch auf den - zum Teil witterungsbedingten - starken Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Der Außenhandel war auch im dritten Quartal 2011 weiter expansiv: Da die preis-, saison- und kalenderbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen (+ 2,5 %) aber zum Vorquartal in etwa ebenso stark anstiegen wie die Importe (+ 2,6 %), hatte der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - nur geringe Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Berichtszeitraum (Wachstumsbeitrag zum BIP von 0,1 Prozentpunkten).

Auch im Vorjahresvergleich legte die Wirtschaftsleistung wieder kräftig zu, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in der ersten Jahreshälfte: Das preisbereinigte BIP war im dritten Quartal 2011 um 2,5 % höher als im dritten Quartal 2010 (kalenderbereinigt um 2,6 %).

Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2011 wurde nach vorläufigen Berechnungen von 41,2 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 495 000 Personen oder 1,2 % mehr als ein Jahr zuvor.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, nahm im dritten Quartal 2011 um 1,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zu. Je Erwerbstätigenstunde stieg die Arbeitsproduktivität nach ersten vorläufigen Berechnungen etwas weniger stark an (+ 1,1 %), da je Erwerbstätigen im Durchschnitt etwas mehr gearbeitet wurde als im Vorjahr (+ 0,2 %).

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche war im dritten Quartal 2011 um 2,6 % höher als im dritten Quartal 2010. Maßgeblichen Anteil an diesem Anstieg hatte wiederum das Verarbeitende Gewerbe mit einem deutlichen Plus von 8,5 %. Allerdings hatte es hier 2009 auch die stärksten Rückgänge in Folge der Wirtschaftskrise gegeben, sodass das Vorkrisenniveau noch immer nicht erreicht wurde. Im Baugewerbe war die Wirtschaftsleistung geringfügig höher (+ 0,8 %) als vor einem Jahr. Die Dienstleistungsbereiche konnten fast alle zulegen: Am stärksten stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Bereich der Unternehmensdienstleister (+ 2,9 %), gefolgt von Handel, Gastgewerbe und Verkehr (+ 2,8 %). Lediglich im Bereich der sonstigen Dienstleister ging die Wirtschaftsleistung zurück (- 1,5 %).

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die Wachstumsimpulse auch im Vorjahresvergleich hauptsächlich aus dem Inland. Die privaten Konsumausgaben lagen das fünfte Quartal in Folge über dem entsprechenden Vorjahresniveau und stiegen preisbereinigt um 1,2 %. Der Staat erhöhte ebenfalls seine Konsumausgaben, und zwar um 1,4 %. Daneben waren es vor allem die gestiegenen Investitionen der Unternehmen, die dafür sorgten, dass es für die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal 2011 weiter bergauf ging: In Ausrüstungen - also hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge - wurde preisbereinigt 7,9 % mehr investiert als im dritten Quartal 2010, und auch die Bauinvestitionen legten mit + 2,8 % zu. Treibende Kraft beim Bau waren die Wohnbauten sowie der gewerbliche Bau. Dagegen reduzierte der Staat seine Bauinvestitionen.

Auch mit dem Ausland wurde im Berichtsquartal deutlich mehr gehandelt als ein Jahr zuvor: Preisbereinigt wurden mehr Waren und Dienstleistungen exportiert (+ 7,9 %); da aber die Importe von Waren und Dienstleistungen fast genauso stark anstiegen (+ 7,7 %), trug der Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen im Vorjahresvergleich nur mit 0,4 Prozentpunkten zum Anstieg des BIP bei.

In jeweiligen Preisen gerechnet war sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch das Bruttonationaleinkommen im dritten Quartal 2011 um 3,5 % höher als im dritten Quartal 2010. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen insgesamt um 3,8 % zu. Das Arbeitnehmerentgelt stieg dabei mit + 4,0 % etwas stärker als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen mit + 3,4 %. Die Nettolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer stiegen trotz wesentlich höherer Abgaben der Arbeitnehmer um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer berechnet war der Anstieg der Nettolöhne und -gehälter mit + 1,9 % deutlich schwächer, da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg (+ 1,2 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 3,1 %. Die nominalen Konsumausgaben der privaten Haushalte waren um 3,2 % höher als im Vorjahresquartal. Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte im dritten Vierteljahr 2011 ein vorläufiger Wert von 9,4 %; das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im dritten Quartal 2010 (9,6 %).

(Redaktion)