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Wirtschaft | Fr, 09.12.2011 09:25

Anhaltender Aufschwung im baden-württembergischen Tourismus

Die seit März 2010 registrierte Aufwärtsentwicklung im Tourismus des Landes setzte sich auch im Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) 2011 fort. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes begrüßten die Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Schlafgelegenheiten in der traditionellen Hauptsaison 6,9 Prozent oder 700.000 mehr Gäste als im vorherigen Sommer.

Die Region Stuttgart konnte für das Sommerhalbjahr einen Zuwachs von 9,6 Prozent bei den Übernachtungen verbuchen. (Foto: Tabea Knabe)

Die Region Stuttgart konnte für das Sommerhalbjahr einen Zuwachs von 9,6 Prozent bei den Übernachtungen verbuchen. (Foto: Tabea Knabe)


Mit 10,9 Millionen Gästen wurde damit das bisherige Spitzenergebnis aus dem Sommerhalbjahr 2010 erneut übertroffen. Die für das Gewerbe bedeutendere Übernachtungszahl nahm wegen des anhaltenden Trends zu kürzeren Aufenthalten zwar etwas schwächer um 4,4 Prozent bzw. knapp 1,2 Millionen zu, mit 28,2 Millionen überschritten die Gästeübernachtungen 2011 jedoch erstmals in einem Sommerhalbjahr die Schwelle von 28 Millionen und verbesserten damit den bisherigen Höchstwert aus dem Sommerhalbjahr 1991 von 27,8 Millionen Übernachtungen.

Mit 22,5 Millionen (+ 3,4 Prozent bzw. + 740.000 gegenüber dem Sommerhalbjahr 2010) gingen weiterhin vier von fünf Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland zurück. Das neue Rekordergebnis verdankt die Branche aber vor allem der anhaltend expansiven Nachfrage von Auslandsgästen, deren Übernachtungen gegenüber dem vorhergehenden Sommerhalbjahr um stattliche 8,5 Prozent bzw. 450.000 auf 5,7 Millionen zulegten. Die besondere Rolle der internationalen Gäste wird dabei insbesondere aus dem längerfristigen Vergleich deutlich: Im bisherigen Rekordsommer 1991 hatten deren Übernachtungen noch 4 Millionen betragen. Hingegen sind die Inlandsgäste trotz der zuletzt positiven Entwicklung noch ein gutes Stück von der damaligen Übernachtungszahl von 23,8 Millionen entfernt.

Die insgesamt sehr positive Bilanz wird weiterhin von der anhaltenden Schwäche im Kurbereich getrübt, denn die Vorsorge- und Reha-Kliniken büßten gegenüber dem vorhergehenden Sommerhalbjahr erneut 3 Prozent ihrer Übernachtungen ein. Dies war auch der Hauptgrund dafür, dass sich die Übernachtungen in den Heilbädern mit einem Plus von 0,8 Prozent nur unterdurchschnittlich entwickelten. Die in dieser Kategorie enthaltenen Mineral- und Moorbäder mussten sogar eine leichte Einbuße um 0,4 Prozent hinnehmen. Da die Übernachtungen in den niedriger prädikatisierten Luftkurorten und Erholungsorten um 2,7 bzw. 3 Prozent zulegten, kamen die Gemeinden mit einem touristischen Prädikat zusammen im Sommerhalbjahr 2011 noch auf ein klares Übernachtungsplus von 1,9 Prozent. Wie in den meisten letzten Jahren (mit Ausnahme des Krisenjahres 2009) gingen auch in diesem Sommer die deutlich stärkeren Impulse von den Sonstigen Gemeinden (ohne touristisches Prädikat) aus, zu denen insbesondere auch die meisten größeren Städte des Landes gehören. Ihre Übernachtungen legten nämlich im Sommerhalbjahr 2011 mit 7,3 Prozent genauso stark zu wie die der darin enthaltenen neun Großstädte des Landes ab 100.000 Einwohner.

In der regionalen Betrachtung verbuchten im Sommerhalbjahr 2011 alle Reisegebiete des Landes ein Übernachtungsplus gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zuwächse bewegten sich dabei in einer relativ breiten Spanne von 0,6 Prozent im Hegau bis zu 9,6 Prozent in der Region Stuttgart. Neben der Landeshauptstadt und ihrem Umfeld übertrafen die Schwäbische Alb (+ 8,3 Prozent) und das Nördliche Baden-Württemberg (+ 5,1 Prozent) die Landesentwicklung. Etwas geringer fielen die Zuwachsraten dagegen im Schwarzwald (+ 2,9 Prozent) sowie in der Reiseregion Bodensee-Oberschwaben (+ 2,2 Prozent) aus.

(Redaktion)