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Wirtschaft | Mo, 04.10.2010 11:05

Anstieg neuer Ausbildungsplätze in der IT-Branche im Jahr 2010 erwartet

Der Hightech-Verband Bitkom rechnet im Jahr 2010 wieder mit mehr Lehrstellen in den IT-Berufen. Das hat eine aktuelle Umfrage bei den ITK-Unternehmen sowie eine stichprobenartige Befragung der großen Industrie- und Handelskammern nach dem Start des Ausbildungsjahres ergeben. Der Bitkom rechnet demnach in diesem Jahr mit einem Anstieg der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 5 Prozent auf rund 14.500.

Bei Lehrstellen für IT-Berufe ist ein positiver Trend erkennbar. (Grafik: Bitkom)

Bei Lehrstellen für IT-Berufe ist ein positiver Trend erkennbar. (Grafik: Bitkom)


„Viele Unternehmen rekrutieren wegen der guten Auftragslage neues Personal und fahren ihre Kapazitäten in der Ausbildung hoch“, sagte Bitkom -Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Bei der Bitkom -Konjunkturumfrage gaben ein Fünftel der Ausbildungsbetriebe an, dass sie im Jahr 2010 zusätzliche Lehrstellen in den IT-Berufen anbieten. Drei Viertel hält die Zahl der Ausbildungsplätze auf dem Niveau des Vorjahres. Auch insgesamt ist mit einer positiven Beschäftigungsentwicklung zu rechnen: 55 Prozent der befragten Hightech-Unternehmen wollen in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, 29 Prozent halten die Mitarbeiterzahl stabil.

Ende September verzeichnete die Ausbildungsplatzbörse der Bundesagentur für Arbeit noch rund 400 offene Ausbildungsstellen. Bis zum Jahresende laufen noch die Nachvermittlungsbemühungen der regionalen Industrie- und Handelskammern. „Wer Interesse an einer spannenden Ausbildung im IT-Bereich hat, kann auch jetzt noch zum Zug kommen“, sagte Scheer. Im vergangenen Jahr war die Zahl der neuen Ausbildungsplätze krisenbedingt um 13 Prozent auf 13.760 zurückgegangen. „Die Entwicklung im Vorjahr spiegelt nicht allein die Lage in der ITK-Industrie wieder, da auch andere Wirtschaftszweige in den IT-Berufen ausbilden“, sagte Scheer.

Rund ein Drittel aller Lehrstellen entfallen auf Unternehmen außerhalb der ITK-Wirtschaft. Besonders die technologisch anspruchsvollen Branchen Maschinenbau oder die Fahrzeugindustrie sowie Anbieter unternehmensnaher Dienstleistungen sowie die Finanzwirtschaft benötigen für die Entwicklung ihrer Produkte IT-Spezialisten in großer Zahl und bilden daher selbst aus. Diese Wirtschaftszweige haben im vergangenen Jahr besonders stark unter der Krise gelitten.

Über die drei Ausbildungsjahrgänge hinweg gibt es aktuell rund 40.000 Auszubildende in den IT-Berufen. Am beliebtesten ist bei den Jugendlichen die Ausbildung zum Fachinformatiker bzw. zur Fachinformatikerin. Mit 23.500 IT-Azubis entfällt mehr als die Hälfte aller Lehrstellen auf diese Fachrichtung. An zweiter Stelle liegen die kaufmännischen IT-Berufe mit 9.100 Lehrstellen. Weitere 7.200 junge Menschen werden in der Fachrichtung IT-System-Elektroniker bzw. Systeminformatiker ausgebildet. „Damit werden jene Profile, die vor allem bei Softwarehäusern und IT-Dienstleistern ausgebildet werden, am stärksten nachgefragt“, sagte Scheer. „Die IT-Ausbildung spiegelt den Wandel der Branchenstruktur in Richtung Software und Services unmittelbar wider.“

(Redaktion)