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Vermischtes | Do, 07.03.2013 13:10

Arbeitnehmer in Baden-Württemberg pendeln immer häufiger

In Baden-Württemberg gibt es immer mehr Berufspendler. In den letzten zehn Jahren nahm der Anteil der Arbeitnehmer, die zwischen Wohnort und Arbeitsstelle pendeln, in allen 44 Stadt- und Landkreisen zu. Insbesondere die Stadtkreise besitzen wegen ihres vergleichsweise vielfältigen Arbeitsplatzangebots eine große Anziehungskraft auf das Umland. Das zeigt eine Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit durch das Statistische Landesamt.


So kamen zur Jahresmitte 2012 im Stadtkreis Heidelberg auf 100 Arbeitsplätze 69 Einpendler aus anderen Kreisen. Damit hatte der Stadtkreis die landesweit höchste Einpendlerquote. Dahinter folgen die Stadtkreise Baden-Baden und Ulm mit jeweils 68 Prozent. Über alle neun Stadtkreise des Landes betrachtet, wohnten 61 Prozent der dort Beschäftigten außerhalb und pendelten somit zu ihren Arbeitsplätzen. In den Landkreisen Konstanz und Waldshut war dagegen der Anteil der Einpendler gemessen an den dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten landesweit am geringsten. Insgesamt kamen in beiden Kreisen auf 100 Arbeitsplätze jeweils lediglich 14 Einpendler.

Umgekehrt spielten bei der Mehrzahl der Landkreise die Auspendler eine vergleichsweise bedeutende Rolle. Am häufigsten pendelten zur Jahresmitte 2012 die Beschäftigten aus dem Enzkreis zu ihren Arbeitsplätzen in andere Kreise. Insgesamt waren von 100 Arbeitnehmern mit Wohnsitz in diesem Kreis 57 Auspendler. An zweiter und dritter Stelle folgten der Alb-Donau-Kreis und der Rhein-Neckar-Kreis mit Auspendlerquoten von 56 und 53 Prozent. In allen drei Kreisen pendelten folglich mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vom Wohnort in einen anderen Stadt- oder Landkreis zur Arbeit.

Im Vergleich dazu war der Anteil der Auspendler im Landkreis Lörrach mit 14 Prozent und in den Landkreisen Konstanz und Waldshut mit jeweils 15 Prozent landesweit am geringsten. Allerdings muss bei den grenznahen Kreisen berücksichtigt werden, dass in der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit ausschließlich Betriebe mit Sitz in Deutschland meldepflichtig sind. Somit sind die in Baden-Württemberg wohnenden und im Ausland tätigen Beschäftigten in der Statistik nicht enthalten. Dies kann in grenznahen Landkreisen zu Verzerrungen führen.

In der Bilanz der Ein- und Auspendler zeigt sich, dass 2012 alle neun Stadtkreise des Landes und weitere sechs Landkreise einen Einpendlerüberschuss hatten, d. h. in diesen Kreisen gab es mehr Ein- als Auspendler. Absolut betrachtet war dieser mit einem Plus von 143.000 Beschäftigten im Stadtkreis Stuttgart am höchsten.

Berechnet man jedoch das Verhältnis von Ein- und Auspendlern als Gradmesser für die Anziehungskraft eines Kreises, so belegte die Landeshauptstadt mit 294 Einpendlern auf je 100 Auspendler im Landesranking lediglich Platz vier. An erster Stelle stand dagegen der Stadtkreis Ulm, wo 345 und damit landesweit die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Einpendler auf je 100 Auspendler kamen. Auch in den Stadtkreisen Heidelberg und Freiburg betrug das Verhältnis zwischen Ein- und Auspendlern mehr als 300 zu 100.

Demgegenüber gab es in den übrigen 29 Landkreisen allesamt mehr Aus- als Einpendler und folglich einen Auspendlerüberschuss. Am höchsten war dieser im Alb-Donau-Kreis, wo auf je 100 Auspendler lediglich 40 Einpendler entfielen.

(Redaktion)