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Wirtschaft | Fr, 04.01.2013 10:06

Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg zeigt sich 2012 robust

Zum Jahresende hat die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg leicht um 0,1 Prozentpunkte zugelegt. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Quote im Dezember bei 3,9 Prozent (November 2012: 3,8 Prozent). Die Arbeitslosenzahl stieg im Vergleich zum Vormonat um plus 2,4 Prozent auf 222.928 Personen. Im Vergleich zum Dezember 2011 gab es in Baden-Württemberg 15.765 Arbeitslose mehr (plus 7,6 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,7 Prozent.


„2012 hat der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg merklich an Schwung verloren, zeigt sich aber noch immer sehr robust. Die Unternehmen halten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zeigen sich aber, was Neueinstellungen insbesondere von Arbeitslosen angeht, deutlich zurückhaltender als 2011. Auch 2013 erwarte ich für Baden-Württemberg - bei einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit und weiter steigender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung - einen gefestigten Arbeitsmarkt.“, sagte Eva Strobel, Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Baden-Württemberg liegt weiter auf Rang zwei hinter Bayern (3,6 Prozent), was die Arbeitslosenquote betrifft. Bei den Jugendlichen liegt Baden-Württemberg mit 2,7 Prozent auf Rang eins vor Bayern (2,8 Prozent).

Im Dezember gehörten der steuerfinanzierten Grundsicherung 55,7 Prozent aller Arbeitslosen an. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Bereich im Vergleich zum Vormonat um 1.779 (plus 1,5 Prozent) auf 124.219 Personen gestiegen. Im Vorjahresvergleich sind es 404 Menschen weniger (minus 0,3 Prozent). In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung gab es gegenüber November eine Zunahme um 3.552 Personen (plus 3,7 Prozent), gegenüber Dezember 2011 sind 16.169 Menschen (plus 19,6 Prozent) mehr arbeitslos. Der Versicherung gehören aktuell 98.709 Frauen und Männer an.

Die Zu- und Abgänge an Arbeitslosen haben gegenüber dem Vorjahr abgenommen und deuten auf eine sich weiterhin verringernde Dynamik hin. Im Jahr 2012 gab es 704.185 Zugänge von Arbeitslosen, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Abnahme von 35.713 Meldungen (minus 4,8 Prozent). Dem gegenüber stehen 688.838 Abmeldungen von Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme von 85.394 Abmeldungen (minus 11,0 Prozent). Im Dezember meldeten sich 58.165 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 356 mehr (plus 0,6 Prozent) als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 52.816 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 1.533 weniger (minus 2,8 Prozent) als im Dezember 2011.

Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen innerhalb des Landes haben auch im Dezember zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,5 Prozent (Enzkreis) und 7,5 Prozent (Stadtkreis Pforzheim). Insgesamt bleiben von den 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten 28 unter der landesweiten Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Im Vergleich der Regierungsbezirke war die Quote im Bezirk Tübingen mit 3,4 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Freiburg mit 3,7 Prozent und Stuttgart mit 4,0 Prozent. Schlusslicht ist Karlsruhe mit 4,3 Prozent.

Die Bandbreite bei dem Verhältnis von Arbeitslosen zu gemeldeten Stellen zeigt Bewerberengpässe in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung wie auch im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung oder Informatik. Anders sah es in den Berufen im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sowie bei Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung aus. In diesen Berufsbereichen war die Relation von Arbeitslosen zu gemeldeten Stellen deutlich höher.

Anzeigen zur Kurzarbeit gehen im Dezember 2012 zurück

Beim Geschlechtervergleich sind Frauen weiterhin stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer: Im Dezember waren 106.970 Frauen arbeitslos, das sind 402 mehr (plus 0,4 Prozent) als im November. Die Quote bleibt bei den Frauen bei 4,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind 4.391 Frauen (plus 4,3 Prozent) mehr arbeitslos. Allerdings ist die Zahl der arbeitslosen Männer im Dezember um 4.929 (plus 4,4 Prozent) auf 115.958 Personen gestiegen. Die Quote der Männer liegt bei 3,9 Prozent (November 2012: 3,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich sind 11.374 (plus 10,9 Prozent) mehr Männer arbeitslos.

Im Jahresschnitt 2012 weist Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent auf, sie liegt 0,1 Prozentpunkte unter dem Jahresschnitt von 2011. Der Südwesten hat damit 2012 hinter Bayern die zweitniedrigste Quote unter den Bundesländern. Durchschnittlich waren im Südwesten 222.196 Menschen ohne Arbeit. Das ist gegenüber 2011 ein Rückgang um 2,1 Prozent oder 4.663 Personen.

„Auch 2013 wird mit einem robusten Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg gerechnet. Bei einem geschätzten Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent wird ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt auf 223.000 vorausgesagt. Die Quote bliebe damit bei 3,9 Prozent. Gleichzeitig soll die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 4,12 Millionen im Jahresschnitt 2013 zunehmen. Diesem Auseinanderdriften des Arbeitsmarktes werden die Arbeitsagenturen im Land mit konsequenten und zielgerichteten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten entgegentreten. Dabei steht der Einsatz gegen Fachkräfteengpässe und für Qualifizierung von An- und Ungelernten im Mittelpunkt unserer Arbeit“, erklärte Eva Strobel.

(Redaktion)