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Wirtschaft | Mi, 04.08.2010 09:36

Aufschwung setzt sich fort: Baden-Württembergs Wirtschaft dürfte 2010 real um 2 Prozent wachsen

„Die Aufschwungphase, die gesamtwirtschaftlich mit dem vierten Quartal 2009 eingesetzt hat, setzt sich weiter fort und wird voraussichtlich über das gesamte Jahr 2010 tragen. Im Jahresdurchschnitt 2010 dürfte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg 2 Prozent über dem Vorjahreswert liegen“, so fasste die Präsidentin des Statistischen Landesamts, Dr. Carmina Brenner, die Aussagen der aktuellen Ausgabe von »Konjunktur Südwest« zusammen. Die Südwestwirtschaft befindet sich damit nach der schweren Rezession des vergangenen Jahres, als das reale BIP um 7,4 Prozent zurückging, wieder auf Expansionskurs.


Das Verarbeitende Gewerbe kann gerade in Baden-Württemberg als Schrittmacher für die Gesamtwirtschaft angesehen werden. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe lag zwischen März und Mai rund 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch wenn man das niedrige Ausgangsniveau im Vergleichszeitraum in Rechnung stellt, ist die wirtschaftliche Erholung hier unverkennbar: Im Vergleich zur Vorperiode stieg die Industrieproduktion deutlich, und zwar saisonbereinigt um rund 6 Prozent.

Das Auslandsgeschäft der Industrie erweist sich dabei einmal mehr als entscheidender Impulsgeber für den aktuellen Aufschwung der heimischen Wirtschaft. Die Bestellungen aus dem Ausland weisen darauf hin, dass dies noch eine Weile so bleiben dürfte. Die ausländischen Auftragseingänge haben die konjunkturelle Wende bereits im Mai 2009 – und damit als erster der produktionsnahen Konjunkturindikatoren – vollzogen. Seitdem entwickeln sich die Auslandsbestellungen dynamischer als die -umsätze, und zwar nicht nur im Vorjahresvergleich, sondern im Durchschnitt auch gegenüber der Vorperiode. Unter allen Gütergruppen erwiesen sich zuletzt heimische Investitionsgüter als im Ausland besonders gefragt.

Die größte Umsatzsteigerung verbuchte der Fahrzeugbau: hier lagen die Auslandserlöse im Frühjahr um 60 Prozent über dem Wert des letzten Jahres. Der Vergleich der saisonbereinigten Werte mit den Wintermonaten bestätigt mit einem Plus von rund 6 Prozent eine deutliche Aufwärtsbewegung. Im Maschinenbau ist bei den ausländischen Auftragseingängen im Frühjahr mit 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Plus zu verzeichnen. Sieht man von saisonalen und irregulären Einflüssen ab, wurde bei den inländischen Auftragseingängen des Verarbeitenden Gewerbes die tiefste Phase Mitte letzten Jahres durchschritten, und damit wenige Monate nach dem Umschwung im Auslandsgeschäft. Diese Zeitverzögerung, aber auch die Struktur der Güternachfrage und deren schwächere Dynamik zeigt, dass sich die Binnennachfrage im Fahrwasser des Auslands bewegt: Das Auslandsgeschäft wird vornehmlich von Investitionsgütern getragen, bei der Binnennachfrage ist das (noch) nicht der Fall.

Die Zeichen auf dem Arbeitsmarkt stehen auf Entspannung. Die Arbeitslosenquote (bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen) betrug im Juni 4,7 Prozent und hat sich damit seit März um 0,7 Prozentpunkte vermindert. Die Zahl von 277.000 Arbeitslosen im zweiten Quartal 2010 lag um mehr als 11.000 unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, im ersten Quartal 2010 hatte die Arbeitslosenzahl noch um über 36 000 zugenommen. Die Zahl der ungeförderten offenen Stellen, ein weiterer Frühindikator der Konjunkturentwicklung, stieg um 8.000 auf über 48.000. Die konjunkturelle Erholung wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus – andererseits wirkt der robuste Arbeitsmarkt auch tendenziell wieder stabilisierend auf die Konjunktur zurück.

(Redaktion/Stat. LA)