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Wirtschaft | Mo, 25.01.2010 09:27

Baden-Württemberg: Handwerk hält sich wacker

Die Handwerkskonjunktur hat sich im vierten Quartal 2009 weiter stabilisiert. "Die Geschäfte laufen ordentlich", teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle mit. Der Absturz des Kfz-Gewerbes und der Zulieferer werde jedoch die Entwicklung weiterhin überschatten: "Auch im laufenden Jahr werden diese Betriebe den Anschluss noch nicht wieder finden."


Im Großen und Ganzen hat sich die Lage auf dem Niveau des Vorjahresquartals gehalten. Das ergab die vierteljährliche Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT). Der BWHT-Konjunkturindikator, der Lage und Erwartungen in eine Kennzahl zusammenfasst, liegt aktuell bei +12,5 Punkten. Das Plus von 3,4 Punkten im Vergleich zum Vorjahresquartal resultiert vor allem aus den etwas optimistischeren Erwartungen.

Rund jeder Dritte der 1.200 befragten Handwerker gibt an, dass er mit seiner Geschäftslage im vierten Quartal 2009 zufrieden war. 23 Prozent waren unzufrieden. Bei den Erwartungen an das erste Quartal 2010 fasst vorsichtiger Optimismus Fuß. Zwar ist der Anteil der positiv gestimmten Betriebe mit knapp 34 Prozent nur ganz leicht gestiegen, aber der Anteil der pessimistisch gestimmten Betriebe ist auf dem Rückzug und hat von 22,3 Prozent auf 18,6 Prozent abgenommen. Unverändert melden im Vergleich zum Vorjahresquartal gut 35 Prozent der Befragten gestiegene Umsätze, knapp 23 Prozent mussten sinkende Umsätze hinnehmen. Auch hier schrumpft die Zahl der Pessimisten: Rechneten vor einem Jahr noch die Hälfte der Betriebe mit Umsatzrückgängen für das nächste Quartal, so sind es jetzt nur noch zwei von fünf Betrieben.

"Allerdings", stellte Möhrle fest, "gibt es weiter gravierende Unterschiede zwischen den Branchen." Die Bauhaupt- und Ausbaubetriebe zeigen sich ebenso zufrieden wie die Gesundheitshandwerker. Beide Branchen erwarten auch für das erste Quartal 2010 eine positive Entwicklung. Schlechte Stimmung dagegen herrscht nach wie vor bei den Sorgenkindern des Handwerks: Neben den Zulieferern schätzen auch die Kraftfahrzeugbetriebe ihre Lage dramatisch ein. Nur 23 Prozent dieser Betriebe waren im vierten Quartal mit ihren Geschäften zufrieden, jedoch 37 Prozent unzufrieden. Für zwei von fünf Betrieben ist kein Land in Sicht: sie gehen davon aus, dass das neue Jahr noch schlechter anfängt als das alte geendet hat. Knapp die Hälfte der Betriebe erwartet im ersten Quartal 2010 weitere Umsatzrückgänge. Hintergrund sind neben dem Auslaufen der Umweltprämie auch hohe Verluste beim Rückkauf von Leasingfahrzeugen.

"Für viele dieser Betriebe kommt das dicke Ende erst noch nach", befürchtet Möhrle. Wer mit den schlechteren Jahresabschlüssen des Jahres 2009 Bankgespräche führen müsse, für den werde es bei den Finanzierungsbedingungen eng. Hier erwarte das Handwerk auch Hilfe vom Land: "Es wäre unverantwortlich, das Krisenberatungsprogramm weiter zusammenzustreichen."  Es müsse zumindest auf den Vorjahresbetrag aufgestockt werden.

(BWHT)