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Vermischtes | Mi, 02.01.2013 09:46

Baden-Württemberger haben bundesweit höchste Lebenserwartung

Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,2 Jahren hoffen. Ein neugeborenes Mädchen kann sogar mit 83,6 Jahren rechnen. Dies geht aus den jüngsten Sterbetafelberechnungen des Statistischen Landesamtes für den Zeitraum 2009 bis 2011 hervor.

Die durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in Baden-Württemberg ist seit den 1970er-Jahren deutlich gestiegen. (Grafik: Stat. Landesamt)

Die durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in Baden-Württemberg ist seit den 1970er-Jahren deutlich gestiegen. (Grafik: Stat. Landesamt)


Damit liegt die Lebenserwartung Neugeborener um neun Jahre bei den Frauen bzw. um knapp elf Jahre bei den Männern höher als Anfang der 1970er-Jahre. Seinerzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchen. Seit Mitte der 90er-Jahre hat sich aber der Unterschied bei der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern verringert: Damals lebten die Frauen im Schnitt immerhin 6,4 Jahre länger als Männer, derzeit „nur“ noch 4,4 Jahre.

Die stetig steigende Lebenserwartung ist vor allem auf die deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurückzuführen. Diese ist nunmehr auf etwa ein Siebtel des Standes von 1970/72 zurückgegangen. Anfang der siebziger Jahre starben etwa 20 von jeweils 1.000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr. Gegenwärtig sind es nur ca. drei von 1.000 Neugeborenen. Aber auch im höheren Alter hat die Sterblichkeit aufgrund der verbesserten gesundheitlichen Vorsorge und Gesundheitsversorgung beträchtlich abgenommen. So können nach den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen 75-jährige Männer eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich elf Jahren erwarten. Anfang der 70er-Jahre waren es lediglich etwa sieben Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit sogar 13 Jahre. 1970/72 waren es dagegen nur etwas mehr als acht Jahre.

Baden-Württemberg hat seit Beginn der 70er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener. Im Zeitraum 2009/11 lag die Lebenserwartung neugeborener Mädchen in Deutschland bei 82,7 Jahren, die der Jungen bei 77,7 Jahren. Damit haben baden-württembergische Knaben bei der Geburt die Aussicht auf eine um 18 Monate höhere Lebenserwartung als im Bundesdurchschnitt. Bei den Mädchen sind es immerhin elf Monate mehr.

Bei der männlichen Bevölkerung weisen Hessen und Bayern nach Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung auf. Bei den neugeborenen Mädchen belegt Sachsen hinter dem Südwesten den zweiten Platz. Am Ende der Rangskala befinden sich bei den Männern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Frauen hat das Saarland und Sachsen-Anhalt die geringste Lebenserwartung. Auffällig ist, dass die Spannweite der Länderunterschiede bei den Männern mit 3,5 Jahren deutlich größer als bei den Frauen ausfällt (1,9 Jahre).

Innerhalb des Landes weist die weibliche Bevölkerung des Landkreises Tübingen die höchste Lebenserwartung auf, gefolgt vom Bodenseekreis und vom Landkreis Böblingen. Am geringsten ist derzeit die Lebenserwartung der Frauen im Stadtkreis Mannheim. Auch die Lebenserwartung der Männer zählt im Landkreis Tübingen zur Spitze, lediglich übertroffen von derjenigen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Bodenseekreis sowie in den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau und Ulm. Am niedrigsten ist die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer derzeit im Ostalbkreis.

Die Gründe für die regional unterschiedliche Lebenserwartung sind vielfältig. Entscheidend hierfür dürfte nicht zuletzt das Bildungsniveau und die daraus resultierende Einkommenssituation sein: Je besser der Bildungsstand und die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus. Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt. Vor allem ist sie aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder. Sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

(Redaktion)