Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Mi, 10.09.2008 11:46

Baden-Württembergisches Wirtschaftsministerium unterstützt den Einsatz von Moderatoren zur Sicherung der Unternehmensnachfolge

In Baden-Württemberg ist pro Jahr in etwa 11.000 Unternehmen die Nachfolge zu regeln

Wirtschaftsminister Ernst Pfister (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Wirtschaftsminister Ernst Pfister (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)


Für Projekte, die mittelständische Unternehmen bei der Sicherung der Unternehmensnachfolge unterstützen, hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen der Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF) 2007 bis 2013 für die kommenden drei Jahre ESF-Mittel zur Verfügung gestellt. Dies teilte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart mit. Mit diesen Mitteln wird das erprobte und bundesweit einmalige Konzept der Nachfolgemoderatoren weiter ausgebaut. „Die Nachfolgemoderatoren sind Bestandteil unseres 12-Punkte-Programms zur Sicherung der Unternehmensnachfolge, das sich mittlerweile als ein Markenzeichen in Baden-Württemberg und darüber hinaus etabliert hat“, so Ernst Pfister.

Die Moderatoren haben die Aufgabe, Inhaberinnen und Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmen aktiv anzusprechen und für eine frühzeitige Planung der Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren sowie Alternativen und Unterstützungsangebote aufzuzeigen. Die Moderatoren folgender Wirtschaftsorganisationen werden zunächst für drei Jahre mit Mitteln des ESF in Höhe von insgesamt mehr als einer Million Euro gefördert:

·  die Handwerkskammern Heilbronn, Karlsruhe, Region Stuttgart

·  die Industrie- und Handelskammern Heilbronn, Nordschwarzwald, Reutlingen, Rhein-Neckar, Südlicher Oberrhein und Ulm

·  die gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Gastgewerbes in Baden-Württemberg (DEHOGA) und der Einzelhandelsverband Baden-Württemberg.

Die Sicherung der Unternehmensnachfolge ist eine große Herausforderung für die Mittelstandspolitik des Landes Baden-Württemberg. Den letzten Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn aus dem Jahr 2005 zufolge steht in einem Zeitraum von fünf Jahren bei rund 16 Prozent der Familienunternehmen die Nachfolge an. In Baden-Württemberg ist bei etwa 11.000 Unternehmen pro Jahr die Nachfolge zu regeln. Davon sind in den kommenden fünf Jahren rund 600.000 Arbeitsplätze betroffen. Hinzu kommt, dass immer häufiger ein geeigneter Nachfolger außerhalb der Familie gesucht werden muss, da immer weniger Familienmitglieder für eine Nachfolge zur Verfügung stehen. Auch die Übernahme durch Beschäftigte kommt nur selten vor.

Nachfolgen durch Externe gestalten sich in fast allen Belangen schwieriger als interne Nachfolgen. Bei den Übergebern ist die Suche nach dem richtigen Nachfolger oder der richtigen Nachfolgerin das dominierende Problem. Hinzu kommt eine Überforderung vieler Betriebsinhaber mit dieser erstmalig auftretenden und komplexen Aufgabe. Deshalb wird dies häufig zu spät und zu zögerlich in Angriff genommen. Gerade Übergeber, die keinen Nachfolger oder keine Nachfolgerin in der Familie haben, sind mit den üblichen Informations- und Qualifizierungsinstrumenten kaum zu erreichen. Sie besuchen keine Informationsveranstaltungen oder Seminare, da das Tagesgeschäft im Vordergrund steht. Die Ansprache von Unternehmerinnen und Unternehmen ist in der Regel nur auf direktem Wege erfolgreich und bedarf eines besonderen Vertrauensverhältnisses. Die Nachfolgemoderatoren sind hier ein geeignetes Instrument.

Information zum Europäischen Sozialfonds:
Unter dem Motto „Chancen fördern“ unterstützt der ESF in Baden-Württemberg die Entwicklung von Menschen und Unternehmen, um diese in Zeiten sich wandelnder Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt fit für die Zukunft zu machen. Zur Umsetzung des Operationellen Programms stehen dem Wirtschaftsministerium knapp 87,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Förderperiode 2007 bis 2013 des ESF steht unter der Überschrift „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Der ESF orientiert sich damit an der übergeordneten Leitlinie der Lissabon-Strategie. Danach soll die EU bis 2010 der dynamischste, wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt werden. Europa will sich damit aktiv auf den verschärften weltweiten Wettbewerb und den Übergang in die Wissensgesellschaft einstellen. Zugleich sollen dauerhaftes Wirtschaftswachstum, mehr und bessere Arbeitsplätze sowie größerer sozialer Zusammenhalt erzielt werden.

Die Förderung erfolgt in Form von Programmen, standardisierten Projekten und Modellprojekten. Weitere Informationen sowie das Operationelle Programm sind unter www.esf-bw.de abrufbar.

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg