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Wirtschaft | Mo, 30.03.2009 10:37

Brenner: 2008 noch 0,6 Prozent preisbereinigtes Wirtschaftswachstum im Südwesten

Reale Wirtschaftsleistung in den letzten fünf Jahren um gut 10 Prozent gestiegen Der Südwesten war von der sich im Jahresverlauf 2008 zusehends abschwächenden Konjunkturdynamik deutlich stärker betroffen als Deutschland insgesamt.

Wirtschaftsstruktur in Baden-Württemberg und Deutschland 2008. Zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken.

Wirtschaftsstruktur in Baden-Württemberg und Deutschland 2008. Zur Vergrößerung bitte auf die Grafik klicken.


Nach Dr. Carmina Brenner, der Präsidentin des Statistischen Landesamtes und Vorsitzenden des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«, konnte die Südwestwirtschaft 2008 nach vorläufigen Berechnungen preisbereinigt lediglich noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Für Deutschland ergab sich für das Gesamtjahr 2008 ein Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent.

Die baden-württembergische Wirtschaft ist 2008 damit deutlich schwächer gewachsen als in den beiden vorausgegangenen Jahren. 2007 war das preisbereinigte BIP – als das umfassende Maß für die insgesamt erbrachten wirtschaftlichen Leistungen – noch um 3,2 Prozent und 2006 sogar um 5,1 Prozent gestiegen. Insofern basiere der Zuwachs der Wirtschaftsleistung 2008 allerdings auf hohem Niveau, folgert Brenner: »Für die vergangenen fünf Jahre, seit dem Konjunktureinbruch 2002/03, ergab sich ein anhaltender Anstieg der preisbereinigten Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg um insgesamt annähernd 10,4 Prozent auf gut 332 Mrd. Euro (verkettet, Basis = 2000) bzw. des BIP in jeweiligen Preisen auf rund 364 Mrd. Euro. Das ist der bislang höchste Stand im Südwesten.« Im Vergleich zu bundesweit insgesamt rund 9 Prozent Plus, verzeichnete die hiesige Wirtschaft in den Jahren 2003 bis 2008 somit ein leicht überdurchschnittliches reales Wachstum. Nach dem aktuellen Stand der konjunkturellen Frühindikatoren, wie z. B. industrielle Produktion sowie Auftragseingänge, dürfte für 2009 allerdings mit einem deutlichen Rückgang der baden-württembergischen Wirtschaftsleistung zu rechnen sein

Wachstumsimpulse aus den Bereichen Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Unternehmensdienstleistungen und Baugewerbe – Industrie rückläufig
Kennzeichnend für die schwächere Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes 2008 in Baden-Württemberg war ein deutlicher Rückgang der preisbereinigten Wirtschaftsleistung des Verarbeitenden Gewerbes um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte das Verarbeitende Gewerbe seit 2003 stets positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen, zuletzt in 2006 und 2007 mit Zuwachsraten um knapp 10 Prozent bzw. gut 7 ½ Prozent. Baden-Württemberg weist mit einem Wertschöpfungsanteil des Verarbeitenden Gewerbes von rund einem Drittel im Bundesländervergleich mit Abstand die höchste Industriequote auf (Bundesdurchschnitt = 23,5 Prozent). Der starke Einbruch der Industriekonjunktur vor allem in den letzten Monaten des vergangenen Jahres war damit wesentliche Ursache der vergleichsweise schwächeren konjunkturellen Entwicklung des Landes in 2008.

Positiv entwickelt hat sich 2008 dagegen erneut das Baugewerbe, das seine Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent steigern konnte. Eine deutlich höhere Wirtschaftsleistung als im Vorjahr erzielten auch die Bereiche Verkehr und Nachrichtenübermittlung (+ 2,7 Prozent) sowie der Handel (+ 2,1 Prozent). Des Weiteren waren überdurchschnittliche Zuwachsraten im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister mit 1,7 Prozent Plus sowie bei der preisbereinigten Bruttowertschöpfung der öffentlichen und privaten Dienstleister mit + 1,3 Prozent zu verzeichnen. Dagegen blieb das Gastbewerbe mit 0,4 Prozent unter seinem Vorjahresergebnis.

Entsprechend ihrem Anteil an der Bruttowertschöpfung (BWS) insgesamt trugen die einzelnen Wirtschaftsbereiche unterschiedlich stark zu der 2008 insgesamt erzielten preisbereinigten Wachstumsrate von 0,6 Prozent bei. So das Baugewerbe und der Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung mit jeweils knapp 5 Prozent BWS-Anteil je etwa 0,1 Prozentpunkte, der Handel mit rund 10 Prozent Anteil rund 0,2 Prozentpunkte und der Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister, der gut ein Viertel zur gesamten BWS im Südwesten beiträgt, verzeichnete einen Wachstumsbeitrag von rund 0,4 Prozentpunkten. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung 2008 im Verarbeitenden Gewerbe schlägt aufgrund des hohen BWS-Anteils von annähernd 33 Prozent dagegen auch entsprechend stark mit – 0,4 Prozentpunkten zu Buche.

Quelle: Statistisches Landesamt