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Wirtschaft | Mo, 21.01.2013 08:57

Datenschutz hat hohen Stellenwert bei Mittelständlern

Verbrauchern ist ein wirksamer Schutz ihrer personenbezogenen Daten wichtig. Doch ist Datenschutz auch für Unternehmen wichtig? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat TÜV SÜD in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München die Studie "Datenschutz 2012" erarbeitet. Dazu wurden überwiegend mittelständische Unternehmen zu ihrer Einstellung zum Schutz personenbezogener Daten befragt. Auch der Informationsstand die tatsächliche Umsetzung wurde abgefragt.

Datenschutz hat bei vielen mittelständischen Unternehmen einen hohen Stellenwert. (Foto: TÜV SÜD)

Datenschutz hat bei vielen mittelständischen Unternehmen einen hohen Stellenwert. (Foto: TÜV SÜD)


„Die Studie zeigt ein gutes Bild über die Verankerung des Datenschutzes in den Unternehmen und leider auch, dass noch einige Luft nach oben ist. Anlass für Unternehmen und Aufsichtsbehörden, sich entspannt zurückzulehnen, besteht noch lange nicht“, äußert sich dazu Thomas Kranig, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht (BayLDA). Allgemein lässt sich festhalten, dass die Kernergebnisse aus der Studie des vergangenen Jahres bestätigt werden. So ist der Stellenwert des Themas Datenschutz bei den Befragten zwar leicht zurückgegangen, dennoch ist er für knapp zwei Drittel (58 Prozent) noch immer hoch bis sehr hoch.

Dagegen gibt es im Bereich "Kunden und Datenschutz" wie im Vorjahr weiterhin Potenzial für Verbesserungen. Bei knapp einem Viertel der Unternehmen werden Kunden noch immer nicht über die mögliche Verwendung ihrer Daten informiert. Dies verstößt gegen geltendes Recht. Der größte Handlungsbedarf ergibt sich gemäß der Studie im Bereich "Partner und Datenschutz". Eine regelmäßige Überprüfung von Partnern, die mit personenbezogenen Daten des Unternehmens in Berührung kommen, wie beispielsweise externe Service-Center, wird in fast 60 Prozent der Fälle nicht vorgenommen. Mangelhafter Datenschutz des Partners kann jedoch leicht auf das eigene Unternehmen zurückfallen.

„Der Schutz personenbezogener Daten ist ein so wichtiges Thema, dass es nicht nebenbei erledigt werden kann, sondern ein gutes Datenschutzmanagement erfordert“, erklärt Rainer Seidlitz, Leiter IT- Security bei der TÜV SÜD Management Service GmbH. Dadurch verändert sich auch die Rolle des Datenschutzbeauftragten. Die schriftliche Bestellung einer für diese Rolle fachlich und persönlich geeigneten Person erfüllt die entsprechende gesetzliche Vorschrift. Allerdings ist diese Maßnahme allein noch nicht ausreichend für den wirksamen Schutz personenbezogener Daten. Um ein gutes Schutzniveau zu gewährleisten, sollte der Datenschutzbeauftragte daher die Rolle eines Auditors und Datenschutz-Managers übernehmen. Dafür braucht er jedoch einen unmittelbaren Zugang zum Management und dessen Unterstützung, fundiertes Wissen über die Managementsysteme des Unternehmens und eine entsprechend umfassende fachliche Ausbildung.

Oft fehlen Unternehmen die nötigen Ressourcen oder das richtige Know-how für einen professionellen Datenschutz. Dann sollte das Angebot eines externen Dienstleisters in Betracht gezogen werden. Dieser stellt sowohl das Personal als auch das Wissen zur Verfügung, um die Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen. Dies wiederum ist die Grundlage für einen hohen Vertrauensfaktor bei bestehenden und potenziellen Kunden.

(Redaktion)