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Vermischtes | Fr, 03.02.2012 08:34

Deutlich gestiegene Zuwanderung nach Baden-Württemberg

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 hat sich die Einwohnerzahl Baden-Württembergs um etwa 30.000 Personen auf rund 1. 784.000 Einwohner erhöht. Damit hat der Bevölkerungsstand einen neuen Höchststand erreicht, nachdem die Einwohnerzahl in den Jahren 2008 und 2009 noch zurückgegangen und in 2010 nur sehr moderat angestiegen war.


Zwar lag nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Zahl der Geborenen im Betrachtungszeitraum um rund 6.700 unter der der Gestorbenen. Gleichzeitig hat sich aber der Wanderungsgewinn, also die Differenz zwischen Zu- und Fortgezogenen, überraschend deutlich erhöht: 2010 lag das Wanderungsplus lediglich bei 17.300 Personen, in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres sind dagegen bereits 36.600 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als fortgezogen. Ursächlich für diesen seit dem Jahr 2002 höchsten Wanderungsgewinn dürften insbesondere die seit dem 1. Mai 2011 gültige volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger aus acht EU-Staaten sowie die überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet gewesen sein.

Von den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs konnten im vergangenen Jahr immerhin 33 ihre Einwohnerzahl steigern. Unter ihnen gab es 12 Kreise, bei denen der Anstieg bei über 1.000 Personen lag. Den mit Abstand höchsten Bevölkerungszuwachs verzeichnete die Landeshauptstadt Stuttgart mit einem Plus von 4.800 Personen. Die stärksten Bevölkerungsrückgänge gab es dagegen in den Landkreisen Freudenstadt und Sigmaringen sowie im Neckar-Odenwald- und im Zollernalbkreis.

Ein Geburtenplus konnten im Betrachtungszeitraum lediglich 9 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs erzielen und zwar die Stadtkreise Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Ulm und Heilbronn sowie die Landkreise Ludwigsburg, Tübingen, Biberach und Böblingen. Dagegen wiesen insbesondere der Landkreis Karlsruhe sowie der Rhein-Neckar-, der Schwarzwald-Baar- und der Ostalbkreis ein deutliches Geburtendefizit auf.

Die baden-württembergischen Kreise haben auch im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich von Zuwanderung profitiert. Die höchsten Wanderungsüberschüsse wurden im Betrachtungszeitraum in den Stadtkreisen Stuttgart (+4.400) und Mannheim (+2.300) sowie den stärker verdichteten Landkreisen Ludwigsburg (+2.500) und Bodenseekreis (+2.400) erzielt.

Dagegen wiesen im vergangenen Jahr lediglich 6 Landkreise im Südwesten mehr Fort- als Zuzüge auf. Wanderungsverluste waren dabei – mit Ausnahme Tübingens – ausschließlich in eher ländlich geprägten Kreisen zu beobachten. Am höchsten war dieses Minus im Landkreis Freudenstadt, aus dem per Saldo 700 Personen weggezogen sind.

Deutliche Wanderungsgewinne in den Stadtkreisen und vielen stärker verdichteten Landkreisen einerseits, geringere Wanderungsgewinne oder sogar –Verluste in den meisten eher ländlichen Kreisen andererseits – damit setzt sich ein Trend fort, der seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts in Baden-Württemberg, aber auch in andere Teilen Deutschlands zu beobachten ist: Die (Groß-)Städte und verdichteten Gebiete im Land haben für Zuziehende im Vergleich zu den 90er-Jahren an Attraktivität gewonnen, während die Dynamik in den eher ländlich strukturierten Kreisen tendenziell geringer geworden ist.

(Redaktion)