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Wirtschaft | Mi, 08.06.2011 12:09

Deutlich weniger Unternehmensinsolvenzen im Südwesten

Im Zeitraum Januar bis März 2011 wurden von den Amtsgerichten in Baden-Württemberg 573 Unternehmensinsolvenzen entschieden. Damit lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 5,4 Prozent (oder 33 Fälle) niedriger als im Vorjahresquartal. Zum Vergleich: Im 1. Quartal 2010 wurde noch eine Zunahme um 2 Prozent festgestellt, ein Jahr zuvor betrug die Steigerungsrate sogar 18 Prozent. Die günstige Entwicklung dürfte vor allem eine Folge der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums sein. Dies teilte das Statistische Landesamt mit.


Die Zahl der unmittelbar von der Insolvenzanmeldung betroffenen Beschäftigten lag im ersten Quartal 2011 mit 3.483 Personen zwar um gut drei Fünftel höher als im 1. Quartal 2010, blieb aber deutlich unter den Werten des Jahres 2009. Auch die Verbindlichkeiten der insolventen Unternehmen lagen Anfangs des Jahres 2011 um 23 Prozent höher als vor Jahresfrist. Insgesamt beliefen sich die Verbindlichkeiten der insolventen Unternehmen auf 410 Millionen Euro für das erste Quartal 2011, in den ersten drei Monaten 2010 waren es 334 Millionen Euro gewesen. Im Durchschnitt je Unternehmen errechnen sich damit 716.000 Euro für das erste Quartal 2011 und 552.000 Euro für denselben Vorjahreszeitraum.

Dennoch hatten nur gut 10 Prozent der Unternehmen Verbindlichkeiten von mehr als einer Million Euro. Weniger als 50.000 Euro Schulden hatten 29 Prozent der insolventen Unternehmen. Für lediglich 6 Unternehmen wurden mehr als 100 Beschäftigte zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung gemeldet und nur insgesamt 10 Prozent aller insolventen Unternehmen hatten mehr als 10 Beschäftigte.

Am häufigsten kam es bei Unternehmen im Handel zur Insolvenzanmeldung (23,4 Prozent oder 134 Fälle). Nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt der insolventen Unternehmen folgte das Baugewerbe mit 75 Verfahren, das sind rund 11 Prozent weniger als im 1. Quartal 2010. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden 67 Firmen insolvent, wobei etwa ein Drittel dieser Unternehmen im Wirtschaftszweig Herstellung von Metallwaren tätig waren. Mit jeweils rund einem Zehntel der Unternehmensinsolvenzen folgen das Gastgewerbe (58 Verfahren) und der Bereich Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (55 Verfahren) sowie die Bereiche Verkehr und Lagerei mit 35 Verfahren und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (31 Verfahren). Jeweils weitere 24 Verfahren wurden in den Bereichen sonstige Dienstleistungen und Grundstücks- und Wohnungswesen registriert. Die Insolvenzanmeldungen im Verarbeitenden Gewerbe hatten die größte Auswirkung auf den Arbeitsmarkt: Es waren 1.517 Beschäftigte unmittelbar betroffen. Außerdem waren zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung 656 Personen im Handel, 528 Personen im Baugewerbe, 254 Personen im Gastgewerbe, 152 Personen im Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen sowie 112 Personen im Bereich Kunst und Erziehung beschäftigt.

Fast vier Fünftel der insolventen Unternehmer gingen selbst zum Insolvenzgericht (79,4 Prozent). Auf diese Insolvenzen fielen zugleich 91 Prozent der angemeldeten Forderungen der Gläubiger. Der Grund für die Insolvenzanmeldung war in 96 Prozent der Fälle die Zahlungsunfähigkeit (549 Fälle), wobei bei 124 Fällen auch die Überschuldung mit genannt wurde.

Insgesamt waren 41 Prozent der insolventen Unternehmen Einzelunternehmen, gut 47 Prozent der Firmen hatten die GmbH als Rechtsform gewählt. Nur rund 7 Prozent waren Personengesellschaften. Eröffnet wurden 391 Verfahren, 182 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen.

(Redaktion)