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Wirtschaft | Do, 16.07.2009 10:47

Die Bauwirtschaft zieht Bilanz

„Die Bauwirtschaft hat in dieser Krise bisher nicht den schwärzesten Peter gezogen“, so Thomas Schleicher, Präsident des Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden e.V., bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes am 10. Juli 2009 in Baden-Baden. „Die öffentliche Hand schreibt Infrastrukturmaßnahmen aus.“ Unwirtschaftlich sei allerdings die Zentrierung der Aufträge auf bestimmte Ausbaugewerke, so Schleicher weiter.

Thomas Schleicher, Präsident des Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden e.V (Bild: Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V.)

Thomas Schleicher, Präsident des Verbandes Bauwirtschaft Nordbaden e.V (Bild: Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V.)


Eine Hyperkonjunktur einzelner Bauausrüster sei die Folge. Die Kosten für Fenster seien beispielsweise auf einen selbst verschuldeten Höchstpreis gestiegen. Stattdessen blieben andere, ebenfalls dringend benötigte Sanierungsmaßnahmen aus.

Die Auftragseingänge im Wohnungsbau sanken in Baden-Württemberg im ersten Quartal 2009 noch einmal um 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragseingänge im Wirtschaftsbau waren im ersten Quartal 2009 um 6,1 Prozent rückläufig. Nur der Straßenbau vermeldete ein durchschnittliches Auftragsplus von 13,3 Prozent.

Thomas Schleicher: „Der Staat muss Anreize schaffen, potentiellen ‚Häuslebauern’ wieder eine solide Wohnbaufinanzierung zu ermöglichen. Aus eigener Kraft wird der Wohnungsbau sich nicht erholen können. Ebenso sollten auf die lange Bank geschobene Maßnahmen im Infrastruktur- und Wirtschaftsbau schnellst möglich nachgeholt werden.“

Große Hoffnungen setzt der Verband dabei auf die Lockerung des Vergaberechts, die im Rahmen des Konjunkturprogramms der Bundesregierung eingeführt wurde. „Die Lockerung des Vergaberechts hat neue Möglichkeiten eröffnet, öffentliche Aufträge verstärkt den regional ansässigen Firmen zu erteilen und dabei Arbeits- und Ausbildungsplätze zu sichern“, so Schleicher.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung rief der Verbandspräsident die Anwesenden zu Optimismus auf: „Nur wer eine Aufgabe mit Zuversicht anpackt, kann diese bewältigen.“

Trotz der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage investiert der Verband weiterhin in seine Ausbildungszentren in Mannheim und Karlsruhe. Zurzeit bildet der Verband dort 268 Lehrlinge aus.

(Quelle: Verband Bauwirtschaft Nordbaden e.V.)