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Wirtschaft | Do, 28.08.2008 11:20

DIHK-Mittelstandsreport 2008: Mittelstand schafft 350.000 zusätzliche Stellen

"Mittelstand bleibt Rückgrat des deutschen Arbeitsmarktes" / Aber Mindestlöhne gefährden viele Jobs

Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK (Foto: DIHK)

Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK (Foto: DIHK)


Die allmähliche Abkühlung der Konjunktur hinterlässt auch im Mittelstand Spuren. Das geht aus dem Mittelstandsreport hervor, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) heute in Berlin veröffentlicht hat. Er stützt sich auf 20.000 Antworten von Unternehmen bis 500 Mitarbeitern im Frühsommer 2008.  

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben: "Im Zuge der Finanz- und Immobilienkrise spüren exportorientierte Mittelständler immer stärker die nachlassende Dynamik auf wichtigen Exportmärkten. Dies kann auch die gute Positionierung des Mittelstandes auf den immer noch stark wachsenden Märkten in Mittel- und Osteuropa sowie in Teilen Asiens nicht ganz wettmachen." Zudem stehe die Belebung der Konsumnachfrage, die sich viele verbrauchsbezogene Branchen angesichts der Arbeitsmarktbelebung erhofft hatten, weiterhin aus. Allerdings, so Wansleben, überwiege der Anteil der optimistischen Stimmen gegenüber den Pessimisten noch leicht. Das immer noch gute Investitionsklima im Inland wirke stabilisierend. Er betonte: "Krisengerede ist daher auch für den Mittelstand fehl am Platze. Der Personalaufbau setzt sich fort, wenn auch verlangsamt."  

Anders als bei den Großunternehmen bleiben die mittelständischen Beschäftigungspläne im Vergleich zum Jahresbeginn auf hohem Niveau nahezu stabil. Der deutsche Mittelstand geht folglich nicht von einer hartnäckigen Konjunkturschwäche aus. Dahinter steht aber auch das Kalkül, dass angesichts der demografischen Entwicklung, der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt zunehmen wird. Wansleben erklärte: "Der DIHK rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem Plus von 350.000 Stellen allein im Mittelstand. Er ist und bleibt somit das Rückgrat des deutschen Arbeitsmarktes."  

Den nach wie vor positiven Trend bei der Beschäftigung durchbrechen jene Branchen, in denen Mindestlöhne drohen oder eingeführt sind: Im Reinigungsgewerbe gelten bereits Mindestlöhne – hier korrigieren die Unternehmen ihre Beschäftigungspläne gegenüber der Vorumfrage und erst recht gegenüber dem Vorjahr deutlich nach unten. In der Sicherheits- und der Bildungswirtschaft sollen ebenfalls Mindestlöhne eingeführt werden – und in beiden Branchen verringern sich die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen deutlich. Wansleben: "Diese Verschlechterungen sind gerade deswegen bemerkenswert, weil einzelne Unternehmen sogar Nutznießer von Mindestlöhnen sind  – offenbar überwiegen jedoch die negativen Effekte deutlich. Das zeigt, dass Mindestlöhne generell und gerade jetzt falsch sind. Sie gefährden Arbeitsplätze."

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK)