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Vermischtes | Mo, 11.07.2011 08:55

Einwohnerzahl Baden-Württembergs erreicht 2010 neuen Höchststand

Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs ist im Jahr 2010 um etwa 9.000 Personen auf rund 10.753.900 Einwohner angestiegen. Damit hat die Einwohnerzahl einen neuen Höchststand erreicht, nachdem die Bevölkerungszahl in den beiden Jahren zuvor noch zurückgegangen war. Im Jahr 2008, in dem die Einwohnerzahl erstmals seit 1984 wieder gesunken ist, lag der Rückgang bei knapp 300, 2009 sogar bei 4.600 Personen.


Zwar hat sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, von knapp 7.900 Personen im Jahr 2009 auf zuletzt 8.100 nochmals leicht vergrößert. Gleichzeitig hat sich aber auch der Wanderungsgewinn, also die Differenz zwischen Zu- und Fortziehenden, überraschend deutlich erhöht: 2009 lag das Wanderungsplus lediglich bei 3.400 Personen, im vergangenen Jahr sind immerhin 17.300 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als fortgezogen.

Von den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs konnten im vergangenen Jahr allerdings nur 20 ihre Einwohnerzahl steigern. Unter ihnen gab es immerhin sieben Kreise, bei denen der Anstieg bei über 1.000 Personen lag. Den mit Abstand stärksten Bevölkerungszuwachs verzeichnete die Landeshauptstadt Stuttgart mit einem Plus von knapp 5.000 Personen. Die stärksten Bevölkerungsrückgänge gab es dagegen im Ostalbkreis (-1.400) sowie in den Landkreisen Rottweil und Göppingen (jeweils -1.000). Der Stadtkreis Stuttgart mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs hat hierbei sowohl von einem Geburtenüberschuss – also mehr Geburten als Sterbefälle – als auch von Wanderungsgewinnen – mehr Zu- als Fortzüge – profitiert. Diese günstige Konstellation gab es 2010 in immerhin noch sechs weiteren Kreisen: In den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau, Heidelberg und Ulm sowie in den Landkreisen Tübingen, Ludwigsburg und Esslingen. Dagegen waren im vergangenen Jahr in 17 Kreisen sowohl der Geburten- als auch der Wanderungssaldo negativ.

Die Zuwanderung könnte in diesem und in den nächsten Jahren weiter ansteigen, weil der deutsche Arbeitsmarkt seit dem 1. Mai vollständig für Bürger von acht osteuropäischen Staaten geöffnet wurde. Es ist aber auch davon auszugehen, dass die Zahl der Zuzüge aus den neuen Bundesländern weiter zurückgehen wird und zwar allein deshalb, weil die Altersgruppe der besonders wanderungsaktiven jungen Erwachsenen schwächer besetzt sein wird. Insgesamt betrachtet könnte sich aber die Zuwanderung nach Baden-Württemberg verstärken, so dass in den nächsten Jahren ein weiterer Anstieg der Bevölkerungszahl im Land nicht auszuschließen ist.

Mittel- und langfristig erwartet das Statistische Landesamt aber, dass die Einwohnerzahl im Südwesten zurückgehen wird. Denn aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung – immer mehr ältere stehen immer weniger junge Menschen gegenüber – wird sich das Geburtendefizit stetig vergrößern. Die zu erwartenden künftigen Wanderungsgewinne werden dann aller Voraussicht nach das deutlich steigende Geburtendefizit nicht mehr kompensieren können.

(Redaktion)