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Wirtschaft | Di, 03.03.2009 11:06

Freiberufler fürchten um 400 000 Arbeitsplätze

(pressebox) Die Wirtschaftskrise schlägt auch bei den Freiberuflern in Deutschland voll durch. "Bei den rund eine Million Ärzten, Architekten, Anwälten oder Steuerberatern mit ihren 2,9 Millionen Beschäftigten sind mittelfristig rund 400 000 Arbeitsplätze bedroht", sagte Arno Metzler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB), dem Handelsblatt (Montagausgabe).


Nach seiner Erinnerung habe es in den vergangenen Jahrzehnten keine so schwierige wirtschaftliche Lage für die Selbstständigen gegeben, sagte Metzler, dessen Berufsverband kommenden Mittwoch sein 60-jähriges Bestehen feiert.

 

"Architekten und Ingenieure stehen ohne Aufträge da, Anwaltskanzleien müssen Partner und Mitarbeiter entlassen und den Ärzten drohen durch die sinkenden Kassenbeiträge ganz harte Zeiten", sagte Metzler. Bei den Steuerberatern sehe es noch gut aus. "Doch es ist absehbar bei sinkenden Bilanz- und Lohnvolumen der Firmen, dass auch dieser Berufszweig von der Wirtschaftskrise nicht verschont bleiben wird", sagte Metzler.

 

Die Vertreter des Berufsverbands wollen deshalb bei der Veranstaltung zum ihrem 60-jährigen Bestehen an Bundeskanzlerin Angela Merkel appellieren, nicht nur über Hilfen für Opel und andere große Industrieunternehmen nachzudenken. "Die Politik muss auch den kleinen Freiberuflern bei Betriebsmittelkrediten helfen, um die eigene Liquidität zu sichern und sich auch gegen Risiken wie etwa Insolvenzen von Dritten zu sichern", sagte Metzler. Ein Forderungskatalog läge längst auf dem Tisch der Bundesregierung. Diese habe vieles bislang nicht aufgenommen.