Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Di, 06.05.2008 11:21

Huber: Produkte auf Ökoeffizienz trimmen

Sparpotential bis zu 90 Prozent bei der Papier-Resteverwertung


Die Betrachtung des ganzen Lebensweges eines Produktes 'vom Rohstoff zum Reststoff' hilft die Umwelt schonen und Entsorgungskosten einsparen. Allein in der Papier-Resteverwertung liegen hier noch Sparpotentiale von 25 bis 90 Prozent.

Das machte Umweltstaatssekretär Marcel Huber gestern in München bei einer Tagung der Akademie des Deutschen Buchhandels deutlich: 'Ökonomie und Ökologie sind wie Vorder- und Rückseite eines Blatt Papiers untrennbar. Mit sog. IPP-Projekten trimmt beispielsweise die Papierindustrie Produkte und ihre Herstellung auf Ökoeffizienz.' So wird mit staatlicher Förderung die gesamte Papierkette vom Baum bis zur Reste-Entsorgung unter die Umwelt-Lupe genommen. Das erste Teilprojekt - der Umgang mit den Reststoffen - ist bereits abgeschlossen. Danach erfolgt bereits jetzt eine nahezu vollständige Verwertung der etwa 1,4 Millionen Tonnen Papier-Reststoffe. Die Analyse zeigt weitere Verbesserungsmöglichkeiten, wenn die Unternehmen die anfallenden Reste betriebsübergreifend in großen Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung verwerten würden. So könnten neben einem zweistelligen Millionenbetrag auch vergleichbar etwa 950.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Huber forderte die bayerischen Unternehmer auf, das Konzept der Integrierten Produktpolitik (IPP) noch konsequenter zu verfolgen. Bereits jetzt ist der Freistaat mit diesem ressourcenschonenden Know-how deutschlandweit führend. Dennoch gibt es weiteres Potenzial in anderen Industrie- und Dienstleistungsbranchen: 'Ein Unternehmen allein kennt vielleicht nur seinen Anteil am Produkt, nicht aber die Fertigungsweisen seiner Zulieferer und Entsorger. Mit Hilfe der Kooperationsprojekte gelingt es, Arbeitsabläufe, Reparaturfreundlichkeit und Recyclingfähigkeit von Produkten aller Art transparenter zu machen und zu verbessern.' Bislang wurden mit über 100 Partnern aus der Wirtschaft 16 erfolgreiche IPP-Projekte realisiert. Dafür wurden rund 5 Millionen Euro staatliche Fördermittel eingesetzt.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz