Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Fr, 05.02.2010 09:44

IHK: Lage der regionalen Wirtschaft stabilisiert sich

Die Wirtschaftslage in der Region Stuttgart stabilisiert sich weiter, die Unternehmen sehen einem leichten Aufschwung entgegen. Verantwortlich für diese Aufwärtsbewegung ist in erster Linie der Export. Allerdings erholen sich die Unternehmen nur langsam von der Wirtschaftskrise – trotz des leichten Positivtrends geht es nach wie vor mehr Betrieben schlecht als gut. Das belegt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart, an der sich rund 1.100 Unternehmen beteiligt haben.


„Die exportstarke regionale Wirtschaft setzt auf die Belebung des Welthandels, vor allem die Industrie verspricht sich davon Wachstumsimpulse“, erläutert IHK-Präsident Dr. Herbert Müller. Hier rechne nahezu die Hälfte der Unternehmen mit einem Anstieg der Exporte insbesondere in die Märkte Asiens und Lateinamerikas.

Nach ihrer momentanen Lage gefragt, bezeichneten rund 16 Prozent der Betriebe ihre Geschäftssituation als gut. Im Herbst 2009 taten dies 14 Prozent. In der Industrie liege ihr Anteil bei neun Prozent (Herbst 2009: sieben Prozent). Ein Drittel der Betriebe vermelde schlechte Geschäfte (Herbst 2009: 43 Prozent). In der Industrie habe sich der Anteil der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage von 63 Prozent im vergangenen Herbst auf 46 Prozent verringert. Ausgeglichen sei das Verhältnis in den Bereichen Handel und Dienstleistungen, die Mehrheit der Befragten zeige sich mit ihrer Situation zufrieden.

Die Zahl der Unternehmen, die eine bessere Geschäftsentwicklung erwarten, sei von 30 auf 36 Prozent gestiegen. Ein knappes Fünftel sei dagegen immer noch pessimistisch (Herbst 2009: ein Viertel). In der Industrie sei fast die Hälfte der Unternehmen optimistisch. Bei den Dienstleistern überwiege ebenfalls die Zuversicht (22 Prozent) und auch das Hotel- und Gaststättengewerbe schaue weniger skeptisch nach vorn als im vergangenen Herbst (aktuell 46 Prozent Pessimisten, Herbst 2009: 52 Prozent). Nahezu ein Drittel der Betriebe, und damit zehn Prozent mehr als im Herbst letzten Jahres, vermelde steigende Auftragseingänge. Der stagnierende private Konsum und die geringe Investitionstätigkeit hemmten jedoch die Binnennachfrage. „Die Inlandsnachfrage wird von den Unternehmen auch als größtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung gesehen“, so der IHK-Präsident.

Die schlechte Ertragssituation und die schwierigen Finanzierungsbedingungen – ein Drittel der Unternehmen klage über verschlechterte Kreditkonditionen – minderten die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nach wie vor. Immerhin zeichne sich eine gewisse Stabilisierung ab. 20 Prozent der Betriebe wollten ihre Investitionen steigern (Herbst 2009: 13 Prozent), 24 Prozent verringern (Herbst 2009: 34 Prozent).

Angesichts einer niedrigen Auslastung sei für viele Unternehmen die Zahl ihrer Beschäftigten noch zu hoch. Zwar habe sich die Situation im Vergleich zum letzten Herbst etwas verbessert, doch immer noch plane ein gutes Drittel der Betriebe Personal abzubauen. Nur elf Prozent rechneten mit einer wachsenden Beschäftigtenzahl. „Der Arbeitsmarkt steht 2010 vor großen Herausforderungen“, erklärt Dr. Müller. Umso wichtiger seien hier Maßnahmen zur Flexibilisierung wie Zeitarbeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse. Positiv bewertet der IHK-Präsident die anhaltende Bereitschaft der Unternehmen auszubilden. „Der Ausbildungspakt bewährt sich auch in Krisenzeiten“, sagt Dr. Müller. Es sei geplant, den in diesem Jahr auslaufenden Pakt zwischen Land und Wirtschaft fortzusetzen.

An die Politik gewandt, fordert der IHK-Präsident jetzt oberste Priorität für die Konsolidierung der Haushalte. Das bedeute, zu sparen, Subventionen zu streichen und das Steuerrecht den Grundsätzen der Betriebswirtschaft anzupassen. Vor allem die substanzbesteuernden Elemente seien abzuschaffen, um den Unternehmen nicht noch mehr Liquidität zu entziehen. Darüber hinaus plädiert Dr. Müller dafür, die kalte Steuerprogression zu beseitigen und aktuelle Steuersenkungspläne zu vertagen. Um die leichte wirtschaftliche Erholung weiter zu festigen, gelte es, die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken. Dafür sollten alle Ressourcen – zum Beispiel mithilfe intelligenter Clusterinitiativen – gebündelt werden.

(IHK Stuttgart)