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Wirtschaft | Mo, 21.10.2013 13:27

Industrie in Baden-Württemberg steigert Investitionen

Die Investitionstätigkeit der Südwestindustrie nahm im Jahr 2012 kräftig zu, obwohl die konjunkturelle Entwicklung nicht an die beiden vorangegangenen Jahre anknüpfen konnte. Die Eurokrise und eine eher schwache Weltwirtschaft führten dazu, dass die preisbereinigten Auftragseingänge mit einem Rückgang um 3,4 Prozent spürbar hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben. Auch der nominale Umsatz lag mit 1,8 Prozent nur moderat im Plus. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


In diesem eher verhaltenen Umfeld investierte die Industrie in Baden-Württemberg im Jahr 2012 nominal 10,9 Milliarden Euro. Dies bedeutete eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr um eine Milliarde Euro oder 10,1 Prozent. Allerdings wurde das Vorkrisenniveau des Jahres 2008 (11,3 Milliarden Euro) damit auch in 2012 noch nicht wieder ganz erreicht. Die Entwicklung dürfte daher wie in 2011 (14,8 Prozent) von einem gewissen Nachholbedarf geprägt gewesen sein. Angesichts der verhaltenen Konjunktur ist 2013 wohl mit einem geringeren Investitionswachstum zu rechnen.

Von den Investitionsausgaben des Jahres 2012 entfielen 87,2 Prozent auf Ausrüstungsgüter (9,5 Milliarden Euro) und 12,8 Prozent auf Grundstücke und Bauten (1,4 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich bei den Ausrüstungsgütern ein Plus von 772 Millionen Euro (8,8 Prozent). Die Ausgaben für Immobilien legten um 232 Mill. Euro zu (19,8 Prozent).

Bei den Industriebranchen zeigte sich 2012 eine uneinheitlichere Entwicklung als im Vorjahr. Während 2011 noch nahezu alle Branchen Investitionssteigerungen verzeichneten, war dies 2012 nur bei etwa zwei Drittel der Branchen der Fall. Das Investitionsvolumen wird seit Jahren maßgeblich von der KfZ-Branche beeinflusst. Auf die heimische Schlüsselbranche entfielen 2012 gut 3,9 Milliarden Euro und damit 35,7 Prozent der Investitionsausgaben der Südwestindustrie. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Investitionssumme hier um 428 Millionen Euro (12,3 Prozent).

Das zweithöchste Investitionsvolumen tätigte mit knapp zwei Milliarden Euro der Maschinenbau. Die Betriebe dieser Branche investierten 236 Millionen Euro (13,5 Prozent) mehr als in 2011. Hohe Investitionssummen kamen auch in der Herstellung von Metallerzeugnissen mit 952 Millionen Euro (6,9 Prozent) und der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen mit 736 Millionen Euro (15,2 Prozent) zustande. Damit erzielten die vier beschäftigungsstärksten Industriebranchen des Landes zusammen über zwei Drittel der Investitionen der gesamten Industrie im Südwesten (69,2 Prozent).

Die Investitionstätigkeit der Südwestindustrie hat ihren regionalen Schwerpunkt traditionell in der Region Stuttgart. Im Jahr 2012 wurde hier mit 3,7 Milliarden Euro mehr als ein Drittel der Investitionssumme der Südwestindustrie investiert (34 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Investitionen im industriellen Kernraum Baden-Württembergs um beachtliche 23,2 Prozent. Zweistellige Wachstumsraten erzielten auch die Regionen Ostwürttemberg (19,5 Prozent), Donau-Iller (11,1 Prozent) und Schwarzwald-Baar-Heuberg (10 Prozent).

Dagegen kam es in der Region Rhein-Neckar und der Region Mittlerer Oberrhein mit einem Minus von 0,6 bzw. 5,4 Prozent zu Investitionskürzungen. Das Investitionswachstum hatte damit eine geringere regionale Breitenwirkung als im Vorjahr.

(Redaktion)