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Wirtschaft | Mi, 15.09.2010 09:41

Ingenieurlücke steigt ab 2020 deutlich an - Elektro- und IT-Branche besonders betroffen

Zu geringe Studienanfänger- und Absolventenzahlen und steigende Zahlen aus dem Berufsleben ausscheidender Ingenieure führen spätestens ab 2020 zu einer deutlichen Fachkräftelücke in der Elektro- und Informationstechnik. Der Mangel an Ingenieuren wird deutlich unterschätzt, so die Ergebnisse der VDE-Ingenieurstudie 2010.


Bis 2020 wird allein der Ersatzbedarf von derzeit knapp 8.000 Elektroingenieuren um 22 Prozent steigen, die Zahl der Hochschulabsolventen (2010: 8.300) dagegen um elf Prozent sinken. Dazu kommt, dass viele der ausländischen Absolventen, immerhin bis zu 30 Prozent aller Elektroingenieure an Universitäten, nach ihrem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehren. Eine weitere Problematik besteht im geringen Frauenanteil (acht Prozent) und hohen Abbrecherquoten (teilweise 50 Prozent). Gleichzeitig steigt die Bedeutung der Elektrotechnik in immer mehr Branchen.

„Ausgerechnet in dem Zeitkorridor, in dem man mit deutscher Ingenieurkunst in wichtigen Zukunftsmärkten durchstarten sollte, könnten uns die dafür nötigen exzellent qualifizierten Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik fehlen“, warnt VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer. Dabei sind die Zukunftsaussichten für Absolventen äußerst Erfolg versprechend.

Laut VDE-Studie herrscht auf dem Arbeitsmarkt für Elektroingenieure mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. Die Bundesländer Baden Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern haben die meisten offenen Stellen. Daneben locken auch vielfältige Einstiegsmöglichkeiten in den Ingenieurberuf. Elektromobilität, Vernetztes Wohnen oder Telemedizin bieten exzellente Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten.

(Redaktion/VDE)