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Wirtschaft | Mo, 23.03.2009 11:47

Insolvenzen von Unternehmen in Baden-Württemberg legen 2008 um drei Prozent zu

Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2008 bei den Amtsgerichten in Baden-Württemberg 15 432 Insolvenzverfahren entschieden. Davon waren 2202 Verfahren oder 14 Prozent Unternehmenskonkurse. Im Jahr 2008 wurden damit 65 Unternehmensinsolvenzen oder 3 Prozent mehr gezählt als 2007 mit 2 137 Verfahren. 2006 gab es 2 425 Verfahren und 2005 nochmals deutlich mehr mit 2 893 Insolvenzen von Unternehmen im Südwesten.


Hier zeigt sich, wie die Entwicklung der Insolvenzverfahrenszahl im zeitlichen Abstand der Konjunktur folgt. So lag im 1. Halbjahr 2008 die Verfahrenszahl nach Auswertung der Statistiker noch nahezu auf dem Vorjahresniveau (+0,5 Prozent), Ende des Jahres 2008 zeigte sich schon eine merkliche Zunahme der Unternehmensinsolvenzen. Dabei wurde jedoch für die Wirtschaftsbreiche Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel und die sonstigen (auch persönliche) Dienstleistungen im Gesamtjahr 2008 weiterhin eine Abnahme der Verfahrenszahlen festgestellt.

Betroffene Wirtschaftsbereiche
Nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt zugeordnet betrafen die meisten Insolvenzverfahren im Jahr 2008 mit 453 Fällen jedoch den Bereich Handel. Die Insolvenzen im Handel verteilen sich zu 18 Prozent auf den Kfz-Handel (einschl. Instandhaltung und Reparatur von Kfz), zu 35 Prozent auf den Großhandel und zu 47 Prozent auf den Einzelhandel. Mit 346 Verfahren folgt das Baugewerbe; das sind 22 Verfahren weniger als im Vorjahr. Einen Anteil von jeweils 10 Prozent haben die Bereiche Freiberufliche wissenschaftliche u. technische Dienstleistungen (215 Verfahren) sowie das Verarbeitende Gewerbe mit 212 Verfahren. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es damit 65 Verfahren weniger als vor einem Jahr. Weitere 202 Verfahren wurden u.a. im Gastgewerbe und 184 Verfahren im Bereich Verkehr und Lagerei registriert.

Von den 2202 Unternehmensinsolvenzen des Jahres 2008 wurden 63 Prozent eröffnet und 37 Prozent Mangels Masse abgewiesen. Bei drei Viertel der Insolvenzen gingen die insolventen Unternehmer selbst zum Insolvenzgericht, bei einem Viertel haben die Gläubiger das Verfahren bewirkt. Dabei war die Zahlungsunfähigkeit bei 72 Prozent der Fälle der Grund für die Insolvenzanmeldung, bei 24 Prozent der Fälle wurde aber neben der Zahlungsunfähigkeit auch die Überschuldung genannt.

Forderungen 2008 bei 2 Milliarden Euro
Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf über 2 Milliarden Euro. Sie lagen im Jahr 2008 deutlich über dem Vorjahreswert von 1,5 Mrd. Euro. Damit errechnet sich für das Jahr 2008 mit 935 000 Euro im Durchschnitt je Fall ein wesentlich höherer Wert als im Jahr 2007 mit durchschnittlich 723 000 Euro. So waren im Jahr 2008 bei gut 300 Fällen Forderungen der Gläubiger von über einer Million Euro Gegenstand des Verfahrens. Relativ hohe Forderungen wurden für das Verarbeitende Gewerbe, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie für den Bereich Freiberufliche wissenschaftliche u. technische Dienstleistungen verzeichnet.

2008 waren insgesamt 11 611 Arbeitnehmer direkt von den Insolvenzanmeldungen betroffen; darunter 4166 im Verarbeitenden Gewerbe, 1769 im Handel, 1156 im Bereich Verkehr und Lagerei und 1076 im Baugewerbe.

Quelle: Statistisches Landesamt