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Wirtschaft | Do, 15.11.2012 08:25

Internetwirtschaft: Mehr als 75 Milliarden Euro Umsatz

In Deutschland setzte die Internetwirtschaft setzte im Jahr 2011 mehr als 75 Milliarden Euro um. Erfasst werden hierbei alle Umsätze, die mit dem Internet oder über das Internet realisiert werden. Dazu gehören E-Commerce, Datendienste, Applikationen und IT-Services oder Online-Videospiele. Dieser Wert entspricht einem Anteil von 2,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sowohl wertmäßig als auch nach ihrem Anteil am BIP ist die Internetwirtschaft im Zeitraum 2009 bis 2011 stetig gewachsen. Dies sind Ergebnisse einer Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gemeinsam mit TNS Infratest durchgeführt hat. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Auftrag gegeben.


Insbesondere Smartphones und mobile Dienste sind die wesentlichen Treiber dieses Wachstums. Aber auch der Bereich des B2B E-Commerce konnte hohe Transaktionsvolumina erzielen, nicht zuletzt getrieben von der zunehmenden Integration und Automatisierung der Prozesse im Einkauf.

Der beachtliche Anteil der Internetwirtschaft am BIP sowie ihr dynamisches Wachstum in den letzten Jahren machen deutlich, dass das Internet inzwischen zu einem wesentlichen Faktor für den geschäftlichen Erfolg vieler Unternehmen geworden ist. Dies bestätigt auch eine repräsentative Umfrage des ZEW bei rund 1.300 Unternehmen aus den Branchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Medien, Automobilbau, Einzelhandel und wissensintensive Dienstleister.

Insbesondere die IKT-Dienstleister sehen eine hohe Abhängigkeit ihres Unternehmenserfolgs vom Internet. Für 74 Prozent der Unternehmen in diesem Teilsektor der IKT-Branche ist das Internet für den Erfolg absolut notwendig. Weitere 12 Prozent geben an, dass es zumindest notwendig sei. In der Automobilbranche sind es rund 60 Prozent der befragten Unternehmen, die ohne Internet weniger erfolgreich am Markt agieren würden, im Einzelhandel 39 Prozent.

Erfolg macht sich unter anderem an der Realisierung von Innovationen fest. Die Mediendienstleister sind besonders aktiv bei der Einführung neuer internetbasierter Produkte und Dienstleistungen sowie neuer Geschäftsmodelle und -prozesse. Fast 68 Prozent der Unternehmen dieser Branche geben an, derartige Innovationen in den vergangenen drei Jahren durchgeführt zu haben. Weniger innovationsfreudig, was das Internet angeht, sind hingegen die beiden befragten Branchen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Von den IKT-Hardwareherstellern haben nur knapp 30 Prozent im beobachteten Zeitraum neue internetbasierte Produkte und Dienstleistungen sowie neue Geschäftsmodelle und -prozesse eingeführt. Bei den Unternehmen der Automobilbranche waren es nur 28 Prozent.

Dieses Ergebnis der ZEW-Umfrage spiegelt die Tatsache wider, dass Dienstleistungsunternehmen generell IT-intensiver und damit stärker auf das Internet ausgerichtet sind. Nichtsdestotrotz geht ein Großteil der Unternehmen aller vom ZEW befragten Branchen davon aus, dass die Bedeutung des Internets bis Ende 2014 noch weiter zunehmen wird.

(Redaktion)