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Wirtschaft | Mi, 27.02.2013 10:25

Mehr ausländische Arbeitnehmer in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Nationalität zur Jahresmitte 2012 gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent angestiegen. Damit entfiel in diesem Zeitraum gut ein Drittel des gesamten Beschäftigungszuwachses im Land auf Arbeitnehmer mit ausländischem Pass. Dies berichtet das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg ist 2012 gestiegen. (Grafik: Stat. Landesamt)

Der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg ist 2012 gestiegen. (Grafik: Stat. Landesamt)


Insgesamt gab es 2012 knapp 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter 471.000 ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war im Südwesten der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer mit 11,6 Prozent so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Beim Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung belegt Baden-Württemberg im Ranking der Bundesländer im Vergleich dazu lediglich den vierten Platz. Bundesweit betrug die Quote der ausländischen Beschäftigten an allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern 7,7 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 1,4 Prozent.

Auf Personen aus der EU entfielen 78 Prozent des Zuwachses. Den zahlenmäßig höchsten Anstieg gab es dabei bei Arbeitnehmern aus Polen, Rumänien und Ungarn. Für Polen und Ungarn sowie für weitere sechs EU-Mitgliedstaaten gilt seit dem 1. Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Dies bedeutet, dass seitdem Arbeitnehmer aus diesen Staaten ohne Genehmigung in Deutschland eine Stelle annehmen dürfen. Für Personen aus Rumänien und Bulgarien ist dagegen die Arbeitnehmerfreizügigkeit noch bis Ende 2013 eingeschränkt.

Auch aus den EU-Krisenländern Italien und Griechenland gab es vergleichsweise hohe Zuwächse an sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern. Aus Portugal und Spanien war der Anstieg dagegen eher verhalten.

Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit waren 2012 in Baden-Württemberg mit 106.000 sozialversicherungpflichtig Beschäftigten unter den ausländischen Arbeitnehmern am stärksten vertreten. Es folgten die Arbeitnehmer der EU-Mitgliedstaaten Italien (67.800 Personen), Griechenland (27.600 Personen), Frankreich (26.400 Personen) und Polen (22.000 Personen).

Insgesamt arbeiteten zur Jahresmitte 2012 in Baden-Württemberg 218.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus verschiedenen EU-Staaten und 199.000 aus europäischen Nicht-EU-Staaten. Zusammen waren dies 88 Prozent aller ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Arbeitnehmer aus dem außereuropäischen Ausland waren dagegen mit 54.000 Personen oder 12 Prozent nur schwach vertreten.

(Redaktion)