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Vermischtes | Di, 07.07.2009 10:19

Minister Hauk eröffnet Luchspfad Baden-Baden „Schleichen, Spähen, Ohren spitzen“

NABU, Stadt Baden-Baden und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord laden Kinder und Erwachsene ein, den Luchs und seinen Lebensraum kennen zu lernen und zu erleben

Der Luchs streift wieder durch Baden-Württemberg (Foto: NABU/ C. Heinrich).

Der Luchs streift wieder durch Baden-Württemberg (Foto: NABU/ C. Heinrich).


Im Stadtwald Baden-Baden hat Forst- und Naturschutzminister Peter Hauk (MdL) am Montag, 6. Juli,  den Luchspfad Baden-Baden feierlich eröffnet. Ab sofort können Kinder, Jugendliche und Erwachsene in unmittelbarer Nähe des bestehenden Wildnispfades erleben, was es heißt, als Luchs durch die Wälder zu streifen. Das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Baden-Baden und des Naturschutzbundes NABU konnte durch die Unterstützung des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord in der Nachbarschaft der Hotels Plättig und Bühlerhöhe an der Schwarzwaldhochstraße realisiert werden.

„Einzelne Luchse streifen heute bereits wieder durch unsere Wälder. Nur einen Katzensprung von hier hat im Dezember 2008 ein pensionierter Förster einen Luchs beobachtet. Im März-April 2009 gab es im Nordschwarzwald weitere drei glaubwürdige Luchs-Beobachtungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen die scheue Katze kennen lernen und wir uns wieder an das Zusammenleben gewöhnen. Dazu leistet der Luchspfad Baden-Baden einen hervorragenden Beitrag, denn er zeigt schon den Kindern, wer das scheue Pinselohr ist und dass von ihm keine Gefahr ausgeht“, sagte Minister Peter Hauk bei der Eröffnung vor den rund 130 geladenen Gästen. „Ich finde es richtig und gut, dass der Luchs trotz der kindgerechten Ansprache nicht zum Kuscheltier stilisiert wird, sondern mit allen Facetten als faszinierende Katze und geschickter Jäger erlebbar wird.“ Das Land werde in der Arbeitsgruppe Luchs weiter gemeinsam mit Naturschützern, Jägern und Landwirten daran arbeiten, dem Luchs im Ländle seinen Lebensraum zurückzugeben.

„Der Luchs gehört zu Baden-Württemberg wie Bollenhut und Maultaschen“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. „Der NABU versteht das scheue Pinselohr auch als Botschafter für naturnahe Wälder, mehr Wildnis und einen starken Naturschutz im Schwarzwald. Eine intakte Natur zieht Gäste aus ganz Europa an und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den ländlichen Raum – insbesondere im Schwarzwald.“

Die Stadt Baden-Baden fühlt sich für den Luchs auch ein Stück weit verantwortlich – schließlich ist sie der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer Deutschlands. „Wir sind auch nach über zweijähriger

Planungs- und Bauzeit von der Idee des Luchspfads überzeugt und freuen uns, dass der Pfad unsere Stadt für Bürger und Besucher noch attraktiver macht. Als Oberbürgermeister freut es mich besonders, dass wir mit dem Markgraf-Ludwig-Gymnasium, der NABU-Gruppe und zahlreichen Firmen viele Unterstützer aus Baden-Baden und der Region finden konnten. Ihnen allen möchte ich – auch im Namen des NABU und des Naturparks – Danke sagen“, sagte Baden-Badens Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner.

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord hat den Luchspfad mit über 100.000 Euro unterstützt. „Eines unserer Kernthemen ist die Schaffung von Naturerlebnisangeboten – und das ist mit dem Luchspfad in hervorragender Weise gelungen“, begründete der Naturpark-Vorsitzende, Freudenstadts Landrat Peter Dombrowsky, die Förderung durch den Naturpark. „Unsere Erfahrung zeigt, dass sowohl unsere Bürger als auch unsere Gäste diese Angebote gerne annehmen. Sie möchten sich über den ‚wilden’ Schwarzwald informieren und ihn selbst erleben.“ Als Beispiel nannte er neben dem Luchspfad den Lotharpfad und den benachbarten Wildnispfad. Der Vorsitzende des größten Naturparks in Deutschland wünschte dem Luchs, „dass er in nicht all zu ferner Zukunft in den Schwarzwald zurückkehrt“.

Infos zum Luchspfad, zum Luchs, zur Historie des Projektes und zu den Unterstützern finden Sie unter www.luchspfad-baden-baden.de.

(Quelle: NABU BW)